Eine Auswahl meiner Gedichte

 

Vorfreude auf Ostern

Bunt bemalte Ostereier,
kündigen das Fest uns an.
An den Weiden, am nahen Weiher,
hängen schon die Kätzchen dran.

Auch die gelben Osterglocken
stehen jetzt in voller Pracht.
Wollen uns in den Garten locken,
schaut nur, wie die Sonne lacht.

Das grüne Sträußchen in der Vase,
mit den vielen Eiern dran,
sagt uns, dass der Osterhase
nicht mehr länger warten kann.

Die Kinder sind schon aufgeregt,
und möchten Nester suchen.
Die Mutter ist gut aufgelegt,
backt Kekse und auch Kuchen.

Der Vater stampft durch die Natur
sucht für die Nester Moos.
Dem Osterhasen auf der Spur,
sind jetzt schon Klein und Groß.

Das verschwundene Ei

In der Osterwerkstatt ist viel los,
es tummeln sich hier Klein und Groß,
es wird geputzt, geschmückt, gemalt,
damit zu Ostern alles strahlt.

Felix, der kleinste Osterhase,
rümpft wieder mal die Schnuppernase.
Jeden Tag nur malen, putzen,
die Zeit sollte man anders nutzen.

Er möchte durch die Gärten springen
und den Kindern Eier bringen.
Schon kommt Lisa um die Ecke
und schaut über die grüne Hecke.

„Felix, hast du heute frei?
Wie wär `s mit einem bunten Ei?“
Felix hoppelt gleich ins Haus
und holt das schönste Ei heraus.

Lisa staunt: „Oh, ist das groß.
Wie transportiere ich das bloß?"
"Breite doch dein Röckchen aus."
und trage es darin nach Haus."

Die Hasen-Mama eilt herbei.
„Felix, wo ist mein Lieblings-Ei?
Es lag hier noch vor ein paar Stunden.
Hast du es irgendwo gefunden?“

 

Zwei Hasen sitzen auf dem Rasen
und rümpfen ihre Schnuppernasen.
Worauf die Häsin zaghaft spricht:
„Riechst du `s, oder riechst du `s nicht?“

„Doch, doch!“, erwidert Hoppel gleich,
„da tut sich was im Erdenreich.
Es riecht nach Erde und nach Lehm,
so richtig frisch und angenehm.“

Und ehe Hoppel sich versieht,
ein kleines Wunderwerk geschieht.
„Da arbeitet jemand im Underground!“,
bemerkt die Häsin jetzt erstaunt.

Vor ihnen erhebt sich wie von Zauberhand,
ein kleiner Hügel aus Lehm und Sand.
„Ob dort untern jemand wohnt?“,
fragt die Häsin angstbetont.

„Das wird sicherlich ein Maulwurf sein“,
beruhigt sie Hoppel ungemein.
„Der Duft der frischen Osterglocken,
wird ihn aus der Erde locken.“

„Nur gut, dass ich kein Maulwurf bin“,
kommt es der Häsin in den Sinn.
„Ich würde die Blumen nur von unten sehn.
Der Frühling ist so wunderschön!"

 

Urlaubsstimmung

Geht die Sonne draußen unter,
wird man hier so richtig munter.
Auf der Dachterrasse, im 10. Sock,
tanzen wir zu Blues und Rock.

Verzaubert von dem schönen Blick,
swingen wir zu Kai´s Musik.
Im Meer spiegelt sich die Abendsonne
das erfüllt mein Herz mit Wonne.

Bei Caipirinha und Aperol
fühlen wir uns hier richtig wohl.
Urlaubstimmung, hübsche Frauen,
für die Herren gibt’s viel zu schauen.

Die Lady mit aufgespritzten Lippen,
scheint nicht nur am Glas zu nippen,
sie läuft gerade zur Hochform auf,
nimmt unsere Blicke mit in Kauf.

Die nette Dame aus Berlin,
greift ungeniert zum Glase hin,
„Prost“ ruft sie, erhebt das Glas,
hier haben alle sichtlich Spaß.

Einige liegen faul und cool,
vor dem Pool im Liegestuhl,
andere tanzen oder rocken,
barfuß, ohne Schuh´ und Socken.

Die Natur erwacht

Vorbei ist es mit Frost und Schnee,
wenn ich aus dem Fenster seh´,
sehe ich die Blumen sprießen.

Nach reichlich Sonnenschein und Regen,
lächeln mir Schneeglöckchen entgegen,
wollen den Frühling schon begrüßen.

Vögel sausen durch den Garten,
können es wohl kaum erwarten,
sich ein warmes Nest zu bauen.

Der Igel ist bereits erwacht,
freut sich, dass die Sonne lacht,
scheint seinen Augen nicht zu trauen.

Vor - und auch hinter dem Haus,
treiben die Blumenzwiebeln aus.
Man spürt, dass sich was regt.

Vom Winter kaum noch eine Spur,
zartes Grün schmückt die Natur,
was auch mein Herz bewegt.

Das Gänseblümchen

Ganz dicht an einer Mauer,
habe ich dich erblickt.
Den Kopf geneigt zur Erde,
der Stängel eingeknickt.

Du sahst so traurig aus,
die Blätter arg zerdrückt.
Trotzdem hast du gestrahlt,
drum habe ich dich gepflückt.

Was fange ich mit dir an?
Möchtest du ewig strahlen?
Dann werde ich dich heute,
auf einer Blumenwiese malen.

Dein Leben endet im Grünen,
du Blümchen, zart und fein.
Ganz oben, auf meinem Salat,
wirst du die Krönung sein.

 

Die Schnecke und der Regenwurm

Die Schnecke fragt den Regenwurm:
„Hast du kein Haus? Es gibt gleich Sturm.“
Darauf antwortete der Wurm verlegen:
„Ich brauche kein Haus, warte auf Regen.“

Der Regenwurm bewegt sich träge,
denn viel zu trocken sind die Wege.
„Du solltest dich jetzt ganz schnell winden,
sonst werden dich die Vögel finden.

Bis zur Hecke sind es nur ein paar Meter,
ich hoffe sehr, wir sehen uns später.“
Der Regenwurm zeigt sich verbittert,
die Worte haben ihn erschüttert.

Schon bald fällt der ersehnte Regen,
der Wurm kann sich jetzt fortbewegen.
Er folgt der Spur der Weinbergschnecke,
das Ziel ist jetzt die Buchsbaumhecke.

Die Schnecke ruht in ihrem Haus
und steckt nicht mal den Kopf heraus.
Der Regenwurm sucht sich sogleich
ein kleines Loch im Erdenreich.

Dort wiegt er sich in Sicherheit,
vor Fressfeinden und Sturm gefeit.
Letztendlich war der Gewitterregen,
für den Regenwurm ein Segen.

 

Die guten, alten, Apfelsorten

Schaut man ins Supermarktregal,
hat man meist die Qual der Wahl.
Welche Apfelsorte ist gesund?
Man möchte Qualität im Mund.

Jeder Apfel glänzt im Neonlicht.
Doch hält er auch was er verspricht?
Diese Äpfel sehen knackig aus,
die nehm´ ich heute mit nach Haus.

Was drin ist, in dem Sechserpack,
ist gespritzt und hat wenig Geschmack.
Ich spüre auch seit einiger Zeit,
eine Apfel-Unverträglichkeit.

Der Verzicht auf Äpfel fällt mir schwer,
- die alten Sorten müssen her.
Ich hole eine große Schüssel
und greife rasch zum Autoschlüssel.

Heute weht eine frische Brise,
über Schuberts Streuobstwiese.
Karin öffnet schon die Scheunen-Pforten
und präsentiert mir ihre Apfelsorten.

So viel Auswahl hatte ich noch nie.
Holsteiner Cox und Ingrid Marie.
Gold Parmäne, Boskop, Gravensteiner,
die Sorten werden immer feiner.

Aus den Regalen steigt ein süßer Duft,
 eine Aromenvielfalt liegt in der Luft.
Sie reicht mir ein Apfel zum Probieren.
"Den musst du auf der Zunge spüren."

Den Vitamin C - reichen Jona Gold,
hat sie extra für mich hervorgeholt.
"Ungespritzt, gesund und robust."
Den Apfel probiere ich ganz bewusst.

Nun stellt sie die Schale auf die Waage
und hat an mich noch eine Frage.
„Was machts du mit den vielen Früchten?“
Ich fange schon an zu berichten:

„Ich koche heute Apfelmus,
backe Apfeltaschen mit Rum-Zucker-Gus,
auch für Gelee und Marmelade,
sind mir die Äpfel nicht zu schade.

Den Jona-Gold esse ich jetzt täglich.
der ist gesund und gut verträglich.“
„4 Euro“, sagt sie, - und schaut auf.
„Leg´ dir noch Fallobst oben drauf.“

 

Artenschutz

Die Singvögel werden bei uns rar,
es werden weniger Jahr für Jahr,
Ornithologen haben längst erkannt,
die Artenvielfalt fehlt auf dem Land.

Der Mensch greift ein in die Natur,
Landwirte betreiben Monokultur,
spritzen mit giftigen Pestiziden,
obwohl sie unsere Vögel lieben.

Den Kiebitz sehen wir hier kaum,
Rebhühnern fehlt der Lebensraum,
für die Vögel gibt’s kaum Nahrung mehr,
- da wird das Überleben schwer.

Wenn wir roden und betonieren,
schaden wir sehr vielen Tieren.
Auf die Wälder, Felder und Wiesen,
sind Insekten und Vögel angewiesen.

Naturkundler klären auf und warnen,
weil sie aufkommende Gefahren ahnen.
Schützt unsere seltenen Vogelarten,
pflanzt Sträucher und Bäume in den Garten.

 

Ein magischer Moment

Sie ist hübsch und elegant,
eine Dame mit Verstand,
eloquent und reiselustig,
neugierig und wissensdurstig.

Von der Männerwelt hat sie genug,
- durch Erfahrung wird man klug.
Wäre da nicht dieser Mann...,
den sie nicht vergessen kann.

Der Künstler aus der Galerie,
das facettenreiche Kunst-Genie,
der Michelangelo der Gegenwart,
sprachgewandt und sehr apart.

Sie träumt seit Tagen vor sich hin,
der Mann geht ihr nicht aus dem Sinn.
Den jungen Maler kennt sie kaum,
doch nachts erscheint er ihr im Traum.

Er hat sie in seine Welt entführt,
von seinen Werken inspiriert,
stand sie ihm nur kurz vis a vis
und spürte plötzlich die Magie.

Sie denkt an das junge Kunst-Talent,
dass nur für seine Arbeit brennt.
Was er mit seinen Händen schafft,
hat so viel Seele, - so viel Kraft.

 

Sonderflug nach Moskau

Inzwischen geht nach Pankow
eine ganz normale Bahn.
Vielleicht sollte der Udo,
auch mal nach Moskau fahr` n.

In diesen harten Zeiten,
fährt wohl kein Sonderzug.
Hoffentlich zeigt er sich mutig
und bucht dann einen Flug.

Dann singt er für Herrn Putin,
Wozu sind Kriege da?"
Warum töten Menschen, Menschen?
Das ist mir noch nicht klar.

Die Soldaten möchten leben,
das muss er doch kapier` n.
Wer soll denn nach dem Krieg,
all die Herzen reparier` n?

 

 

Spaziergang im Winter

Fällt im Winter der erste Schnee,
spaziere ich gern um unseren See,
und hinterlasse meine Spur,
in der glitzernden Natur.

Die Schwäne, Enten oder Raben,
betteln oft um milde Gaben,
auch die kleinen flinken Meisen,
suchen jetzt nach leckeren Speisen.

Die Wildkaninchen sind sehr schlau,
sie liegen geschützt in ihrem Bau,
ein Buntspecht lugt aus einem Baum,
das kleine Köpfchen sieht man kaum.

Durch die Wolkenwand dringt Sonnenlicht,
habe frische Luft und klare Sicht.
Die Stille und die Einsamkeit,
genieße ich hier von Zeit zu Zeit.

 

Brot in der Not

Oh, jetzt muss ich mich aber sputen,
es sind nur noch ein paar Minuten,
- dann läuft meine Parkuhr ab.
Verdammt, das wird ja richtig knapp.

An der Parkuhr sitzt ein alter Mann,
und bettelt mich verzweifelt an.
Er hätte seit gestern nichts gegessen…
Es nähern sich zwei Politessen.

Ich spüre des Mannes große Not,
und reich´ ihm die Tüte mit dem Brot.
Nichts wie weg, denke ich gerade,
und um das Brot ist es nicht schade.

Ich halte beim nächsten Bäcker an
und denke an den armen Mann.
Vielleicht knabbert er - in seiner Not,
ja gerade an meinem Vollkornbrot.

 

Das Knöllchen

Neulich verfolgte ich mit Interesse,
wie in der Stadt eine junge Politesse,
die Parkzeit von meinem Auto checkte,
und ein Knöllchen an die Scheibe steckte.

Ich lief zu der Frau in Uniform,
ereiferte mich auch enorm,
es half kein Zetern und kein Bitten,
ich hätte die Parkzeit überschritten.

Es sind doch gerade mal drei Minuten,
versuchte ich es noch jetzt im Guten.
Sie strafte mich mit strengem Blick
und nahm den Strafzettel zurück.

„Oh, danke, das ist wirklich fair“,
rief ich der Dame hinterher.
Es gibt auch nette Politessen,
das hatte ich schon fast vergessen.

 

Traummann gesucht

Seit Jahren suche ich den Mann,
mit dem ich glücklich werden kann.
Bisher suchte ich vergebens,
nach der Liebe meines Lebens.
Heute Abend schaue ich noch einmal,
auf ein seriöses Internet-Portal.

Die Single-Börse verspricht sehr viel,
doch welcher Mann hat Charme und Stil?
Schaue ich auf die Statistik,
ist den Damen der Humor sehr wichtig.
Das Aussehen kommt an zweiter Stelle,
weiß man hier aus sicherer Quelle.

Mich reizen stets die Ruhigen, Stillen,
gut gebaut, - mit starkem Willen.
Ehrlich und von Herzen gut,
fleißig und mit reichlich Mut.
Sportlich schick und elegant,
aufmerksam und auch charmant.

Es macht auch auf dem zweiten Blick,
bei keinem dieser Herren „Klick“.
Den Richtigen scheint `s nicht zu geben.
Muss ich mit Kompromissen leben?
Ich halte meine Augen offen.
Mein Herz sagt mir, ich darf noch hoffen

 

Hühnchen Emma läuft heute träge
und schlecht gelaunt durch das Gehege.
Sie vermisst den jungen Hahn
und sucht verzweifelt nach Jonathan.

Am Morgen noch, um fünf Uhr früh,
erklang sein lautes Kikriki.
Seit den frühen Morgenstunden
scheint Jonathan spurlos verschwunden.

Aufgeregt sieht man die Hennen,
auf dem großen Hof rumrennen.
Auch Emma schaut in alle Ecken
und hofft den Hahn dort zu entdecken.

Vielleicht liegt er längst im Suppentopf,
- ohne Hals und ohne Kopf.
Die Vorstellung ist wirklich schaurig
und stimmt Emma maßlos traurig.

Angespannt hält sie Aug´ und Ohr
in das offene Scheunentor.
Plötzlich lächelt Emma froh.
Da raschelt doch etwas im Stroh…

Zwei Hühnchen und ein junger Hahn,
schauen Emma seelig an.
Jonathan strahlt vor Entzücken.
"Soll ich dich jetzt auch beglücken?"

 

 

 Herbstfarben

Den herbstlich bunten Teppich,
hat die Natur gewebt.
Das morgendliche Sonnenlicht,
hat die Farbenpracht belebt.

Ich genieße die warme Luft,
möchte den Vögeln lauschen.
Atme den Geruch der Pilze ein,
höre leises Blätterrauschen.

Vor mir liegt der kleine Fluss,
hier bin ich mutterseelen allein.
Ich genieß diesen Herbsttag,
heute, bei schönstem Sonnenschein.

 

Stürmische See

Der Wind fegt über die alte Kate,
die See ist heute wild und rau.
Die Sonne durchbricht die Wolkendecke,
und erleuchtet das dunkle Grau.

Der Strand ist gerade menschenleer,
der starke Wind kommt von Nordosten.
Der Leuchtturmwärter sendet ein Lichtsignal,
steht aufmerksam auf seinem Posten.

Einige Boote sind noch draußen,
kämpfen gegen die Naturgewalten.
Die erfahrenen Seefahrer habe ihre Not
ihre Fischkutter auf Kurs zu halten.

„Sturmgebrus“, die Wellen tosen,
die Gischt schlägt gegen die Leuchtturmwand.
Gefährlich dunkel ist das Meer,
durch die Luft peitscht feuchter Sand.

Die Möwen rotten sich zusammen,
suchen kreischend Schutz an Land.
Der Küstenstreifen wird immer schmaler,
das Meer holt sich den breiten Strand.

 

 

Freiheit

Frei sein und genießen,
ganz leicht und unbeschwert,
das würde ich begrüßen,
denkt sich das junge Pferd.

Ohne viel Gepäck,
ein Trab durchs kühle Nass.
Das wäre nicht nur ein Gag,
das wär´ ein riesen Spaß.

Der Wind säuselt ganz leise
und spielt mit meiner Mähne.
Gedanklich auf der Reise,
fletscht der Hengst die Zähne.

Hier stehe ich nun im Stall,
die Sonne brennt aufs Dach.
Die Hitze wird zur Qual,
hoffentlich lässt sie bald nach.

 

Die Liebe zu Pferden

Heute möchte Jenny wieder reiten.
Sie hört die Stute schon von Weitem.
Ungeduldig klopft sie mit den Hufen,
als wollte sie das Mädchen rufen.

Die Friesenstute hat sie längst erkannt,
ihre Muskeln wirken angespannt.  
Zärtlich tätschelt Jenny ihr den Rücken,
man sieht sie dicht zusammenrücken.

Wenn sie sich in die Augen schauen,
spürt man Freundschaft und Vertrauen.
Irgendwie sagt mir mein Gespür,
das ist Liebe, zwischen Mensch und Tier.

Hat Jenny Kummer, geht sie raus,
und reitet mit ihrem Traumpferd aus.
Im Trab geht es durch Wald und Flur,
- das empfindet sie als Seelenkur.

Am Feldrand hält sie sehr gern an,
und pflückt ein Büschel Löwenzahn.
Den bringt sie ihrem Nachbarn Schmidt,
für seine zwei Kaninchen mit.

 

Großmütter von heute

Großmütter von heute, sind bis ins hohe Alter aktiv,
gehen selbstbewusst durchs Leben und sind nicht naiv.
Sie wollen etwas erleben, - machen Bildungsreisen.
Niemand möchte daheim, vor dem Bildschirm vergreisen.

Sie quälen sich beim Spinning im Sportstudio,
machen Gymnastik für Bauch, Beine und Po.
Spielen Tennis und tanzen um fit zu bleiben,
alles in Maßen, - nur nicht übertreiben.

Sie gehen gern zur Kosmetikerin und zum Friseur
und lieben die geschickten Hände vom jungen Masseur.
Das hebt das Selbstbewusstsein, da wird nicht gespart,
alt werden ist ohnehin schon recht hart.

Am Wochenende geht`s oft mit den Lieben zum Essen,
dafür versuchen sie sich ins „kleine Schwarze“ zu pressen.
Dann holen Sie die Highheel aus dem Schrank
und schreiten stolz die Straße entlang.

Beim Doppelkopf, Bridge und Rommee-Cup
sind sie hellwach, da macht niemand schlapp.
Großmütter von heute sind jung geblieben,
sie möchten Spaß haben,träumen,lachen und lieben.

 

Urlaubszeit

Die Strände sind am Morgen
noch ruhig und menschenleer,
doch schon um die Mittagszeit,
gibts keinen Strandkorb mehr.

Die Hotels an Nord- und Ostsee
sind meistens ausgebucht.
Man muss schon sehr weit reisen,
wenn man Erholung sucht.

Unsere wunderschönen Inseln
sind bei den Urlaubern beliebt.
Niemand bleibt jetzt mehr zu Haus,
seit es das 9.-€ - Ticket gibt.

Ich verzichte gern auf Urlaub,
radle an unseren kleinen See.
Hier habe ich alles, was ich brauche,
und das ganz in meiner Näh´.

Der Fischerjunge

Gerade hatte ich einen Traum,
ich war allein am Meer.
Nur Möwen, Wellen, weißer Schaum,
- kein Plastikmüll und Teer.

Ein Fischerjunge kam vorbei,
er war aus Warnemünde.
Er zog mich liebevoll ins Boot,
das hatte seine Gründe.

Das Leuchtfeuer und das Abendrot
schien nur für uns allein.
Im Picknickkorb war Abendbrot
und auch ein Fläschchen Wein.

Ganz zärtlich hat er mich verwöhnt,
mit mir gescherzt, gelacht.
Vor Wonne habe ich gestöhnt,
- dann bin ich aufgewacht.

Das Herz klopft noch in meiner Brust,
ich bleibe ganz still liegen.
Zum Aufstehen habe ich keine Lust,
doch jetzt ärgern mich zwei Fliegen.

 

Kein Date heute

Er schaut auf ihre hübschen Beine.
Heut´ Nacht bleibt er nicht alleine.
Diese Schuhe, dieser Gang...
Attraktiv und gertenschlank.

Seit er diese Frau entdeckt,
ist sein Jagdinstinkt geweckt.
Wie spricht man diese Schönheit an?
Bisher hat er noch keinen Plan.

Sie scheint hier ganz allein zu sein.
Wie kriegt er sie ins Auto rein?
Er öffnet die Tür von seinem Wagen,
um sie nach dem Weg zu fragen…

Er ist so furchtbar aufgeregt,
dass sein Herz gleich schneller schlägt.
Es kribbelt schon in seinen Lenden,
Wie wird der Tag wohl enden?

Die Dame schaut ihn skeptisch an.
Was will denn dieser fremde Mann?
Er kommt nun direkt auf mich zu…
Auch hier lässt man mich nicht in Ruh.

Es war mir wichtig anzuhalten,
um einmal richtig abzuschalten.
Wichtige Entscheidungen zu überdenken.
mich einfach einmal abzulenken.

Da kommt mir dieser Mann, Typ Wichtig,
im Moment ja gerade richtig.
Ich bin gespannt, was ihn bewegt…
Ich bin heut´ nicht gut aufgelegt.

Der Porschefahrer scheint das zu spüren.
Hier kann er eigentlich nur verlieren.
Er liest es schon in ihrem Gesicht.
Bei dieser Frau landet er nicht.

 

Gewitterstimmung

Henrie ist verdammt mies drauf,
- schwarze Wolken ziehen auf.
Den näher rückenden Donnerhall,
hört er nicht zum ersten Mal.

Langsam wird er richtig sauer.
Wo bleibt denn nur der alte Bauer?
Die Kühe sind schon längst im Tal.
Blitze zucken, - ein lauter Knall.

Regen prasselt ihm ins Gesicht,
einen Unterstand gibt es hier nicht.
Auf der Weide steht ein Baum,
doch geschützt ist er dort kaum.

Zwei Lichter und Motorenbrummen,
das Gefährt scheint zu verstummen.
Zwei Männer springen aus dem Wagen,
versuchen sich zu ihm durchzuschlagen.

„Henrie“, schreien sie ihm entgegen.
Nun sollte er sich mal bewegen.
„Komm alter Freund, beweg dich mal,
wir bringen dich jetzt in den Stall!“

Waldbaden liegt im Trend

Meine Reise geht auch dieses Mal,
in das schöne Salzachtal.
Ich steuere „den Schlenken“ an,
Waldbaden steht heut´ auf dem Plan.

Der Trend ist spürbar angenehm
und stärkt unser Immunsystem.
Da lasse ich mich ungern stören.
Nur genießen, sehen, riechen, hören.

Welch eine Stille, welch eine Ruhe...
Ich schlüpfe in meine Wanderschuhe.
Vielleicht sollte ich sie fester binden...
Einen Stock werde ich im Wald schon finden.

Vom Forstweg kann ich die Alpen sehen,
der Blick ist heut´ besonders schön.
Auf den steinigen Wanderwegen,
kommt mir noch kein Mensch entgegen.

Auf dem Berg vergesse ich jedes Drama,
- genieße nur das Panorama.
Glockenklingen in aller Frühe,
auf der Almwiese grasen die Kühe.

Herrlich diese frische Luft…
Ein Käuzchen aus der Ferne ruft.
Dieser Weg, durch die Natur,
ist für Geist und Seele eine Kur.

 

Boris unser Superheld

Wieder schaut die ganze Welt,
auf unseren Tennis-Superheld.
Für die Presse ist gleich klar:
Es ist „Aus“ für unseren Star.

Er lebte auf zu großem Fuß,
so kam es, wie es kommen muss…
Sein Vermögen war einst groß,
doch Geld und Frauen ist er los.

Ein bisschen Sex hat er gewollt,
nun sitzt er im Knast und schmollt.
Seine Frauen sind saniert,
er ist jetzt pleite und frustriert.

Da nutzt ihm jetzt auch kein Gejammer,
über Glückspielpech und Besenkammer.
Für unsere berühmte Sportlegende,
nahm das Leben eine böse Wende.

Trotzdem ist und bleibt er wohl,
für alle Zeit ein Sport-Idol.
Die harte Zeit geht auch vorbei,
- dann ist Boris wieder frei.

Sonnenschein nach kalten Tagen,
Meisen zwitschern, Finken schlagen,
Bienen surren durch die Luft,
- angelockt vom Blütenduft.

Ein Diestelfink dreht seine Runde
in der frühen Morgenstunde,
sein Federkleid strahlt in der Sonne,
der Anblick ist die reinste Wonne.

Im Garten landet ein Entenpaar…
Waren sie nicht schon gestern da?
Die Ente watschelt durch das Gras,
der Erpel planscht im kühlen Nass.

Am Wasserfall lauert ein Star,
beobachtet das Entenpaar,
weil er nichts zu befürchten hat,
nimmt er ein kühles Morgenbad.

 

 

Das Rotkehlchen

Ein Rotkehlchen sitzt auf einem Ast
und macht in unserem Garten Rast.
Im Winter sieht man die Vögel kaum,
sie überwintern gern im Mittelmeerraum.

Dieses Prachtexemplar ist hier geblieben
und scheint die Kälte wohl zu lieben.
Man hört es nicht, es ist ganz still.
Ob es ins Futterhäuschen will?

Ich verharre, bleibe ganz ruhig stehen,
um dem Fliegenschnepper zuzusehen.
Der Singvogel streift die kahlen Hecken,
sucht nach Würmern und nach Schnecken.

Ganz vorsichtig, nur Stück für Stück,
ziehe ich mich ins Haus zurück.
Ich möchte den hübschen Vogel locken
und besorge ein paar Haferflocken.

Der gefliederte Freund ist so gerissen
und schielt schon auf die Leckerbissen.
Ich verteile sie auf den Gartenwegen.
Misstrauisch hüpft er mir entgegen.

 

Sicher durch die Nacht

Dunkel wird es jetzt im Wald,
der Waldboden ist feucht und kalt,
Blätter wirbeln durch die Luft,
ein Waldkauz aus der Ferne ruft.

Die Ricke dreht den Kopf herum
schaut sich nach dem Rehkitz um,
eben war es doch noch da...
Das Muttertier wittert Gefahr.

Es lauscht hinein, in die Natur,
hört ein leises Fiepen nur,
dieser feine zarte Laut,
ist der Rehmutter vertraut.

Das Kitz hat sich im Farn versteckt
und den Kopf empor gereckt,
für Gefahren ein Gespür,
ruft es nach dem Muttertier.

Wenn es dämmrig wird, wie heute,
jagt der Fuchs gern seine Beute.  
Die Ricke hat das Kitz entdeckt,
es gesäugt und abgeschleckt.

Im Moosbett, unter Farn und Bäumen,
fängt das Jungtier an zu träumen.
Gewärmt, behütet und bewacht,
kommt es sicher durch die Nacht.

 

Der stolze Gockel

Die Henne sitzt auf einem Sockel,
und beobachtet den jungen Gockel.
Endlich mal wieder frisches Blut,
Abwechslung tut uns allen gut.

Es gab schon oft einen neuen Hahn,
- doch keiner war wie Jonathan.
Jetzt hat er Gicht in seinen Zehen
und mag auch morgens nicht mehr krähen.

Ich vermisse sein lautes Kikeriki...
Vielleicht hör´ ich es morgen früh.
Wenn ich meinen Augen trau,
stellt sich der Junghahn gerad´ zur Schau.

Imposant, wie er die Flügel spreizt
und die jungen Hühnchen reizt.
Wie er den Kopf zur Seite legt,
sich stolz und langsam fortbewegt.

So wie der Gockel gerade geht,
strotzt er nur so, vor Vitalität.
Der Lüstling schaut schon so frivol
und fühlt sich scheinbar pudelwohl.

Der Hahn stolziert ins Hühnerhaus...
Das erste Junghuhn flattert raus.
Er hat es scheinbar gerad´ beglückt,
das Federkleid ist noch zerdrückt.

Die dicke Berta hat kein Glück,
der Gockel zieht sich diskret zurück.
Die jungen Hühner auf der Stange,
nehmen den Jungspund in die Zange.

„Na, brauchst du noch Erholungszeit,
oder bist du schon für uns bereit?“
„Ihr seht mich heute Abend wieder,
dann stutze ich euch das GefIieder.“

 

Auf dem Hof, da ist was los...

Die Katze wurde gerad´ erwischt,
wie sie ím Karpfenteich rumfischt.
Sie angelt immer mit den Pfoten.
Man hat es ihr schon oft verboten.

Der Hofhund zerrt an seiner Kette,
er möchte so gern zu Annette.
Obwohl er reichlich Auslauf hat,
hat er die lange Kette satt.

Die Gans nervt wieder mit Geschnatter,
sie möchte raus, aus ihrem Gatter.
Jetzt meckern auch die kleinen Ziegen,
weil sie nichts zu fressen kriegen.

Der Bauer kommt langsam ins Schwitzen,
er müht sich ab, - mit Bertas Zitzen.
Trotz Gezeter und Gemeuter,
kommt keine Milch aus ihrem Euter.

Lisa gerade mit Henning streitet,
wer das junge Fohlen reitet.
„Schon wieder“, denkt das junge Fohlen,
ich möchte mich auch mal erholen.“

 

Oft denke ich an früher,
wie schön es damals war.
Der Schnee war sehr viel weißer,
- die Luft war rein und klar.

Es war ruhig auf den Straßen,
es fuhren ein paar Pferdewagen.
Unser Pony zog den Schlitten,
an den kalten Wintertagen.

Großmutters alter Kachelofen,
hat uns die Bratäpfel gebacken.
Vater musste die Kohlen holen
und Holz im Schuppen hacken.

Jeden Mittwoch gab es Eintopf,
mit Linsen oder Bohnen.
Der Topf war riesengroß,
es sollte sich schon lohnen.

Der Weg zur Schule war nicht weit,
sie war gleich gegenüber.
Mutter schaute  in der Pause,
oft zu uns herüber.

Wir haben zusammen musiziert,
und Volkslieder gesungen.
Wenn wir fleißig übten,
hat es recht gut geklungen.

Wir waren nicht im Kino,
auch Fernsehen gabs noch nicht.
Wir lasen viele Kinder-Bücher,
der Bücherei-Besuch war Pflicht.

 

Auf ganz wundersame Weise,
entstand das Bild der kleinen Meise.
Sie ist im Garten herumgeflogen,
saß auf dem alten Rosenbogen
und schaute mir frech ins Gesicht.
Ängstlich war der Vogel nicht.

Was für ein wunderschönes Tier,
die Meise bringe ich auf´ s Papier.
Was ich gedacht, habe ich getan.
Schade, dass sie nicht singen kann.
Nun betrachte ich mir, ganz gechillt,
das farbenfrohe Winterbild.

 

Der Rotfuchs

Der Fuchs blinzelt ins Sonnenlicht,
das Wetter ist heut´ ein Gedicht.
Für seine Mittagsruhestunden,
hat er den richtigen Platz gefunden.

Hier liegt er nun, entspannt und schlapp,
der Pelz hält Schnee und Kälte ab,
die Schneekristalle funkeln, blenden,
das Farbenspiel will gar nicht enden.

Der Rotfuchs macht die Augen zu,
und genießt die Mittagsruh´.
Er lauscht dem Zwitschern einer Meise,
- im Wasserlauf plätschert es leise.

Der Vogel traut sich nah´ heran,
schaut den Fuchs von oben an,
alarmierende Warnrufe sind zu hören,
den müden Fuchs scheints nicht zu stören.

 

Sonnenuntergang am Meer

Die Nächte sind schon kalt und klar,
die Sonnenstunden werden rar,
die Sonne schickt uns noch einmal
einen allerletzten Strahl.

Die Blätter leuchten herbstlich frisch,
der Leuchtturm strahlt im Abendlicht,
langsam setzt die Dämmerung ein
und verdrängt den Sonnenschein.

Die Schiffe liegen jetzt am Kai,
der Blick aufs Meer ist völlig frei,
wir können ungestört flanieren,
und die Seeluft inhalieren.

Am Wasser sind wir nicht allein,
die Möwen kreisen uns rasch ein,
wild kreischend, mit enttäuschtem Blick,
fliegen sie aufs Meer zurück.

 

Das fremde Ei

Im Hühnerstall gibt es Geschrei,
im Nest liegt heut´ ein fremdes Ei.
„Dies ist nicht mein Ei, klagt die Henne,
weil ich meine Eier kenne.

Es ist zu groß und viel zu fest,
und gehört nicht in mein Nest!
Ich habe es mir angesehen,
es ist nicht einmal halb so schön.“

Emma, aus dem Nachbarnest,
pickt es an und macht den Test.
Das Huhn pickt nun zum vierten Male,
und kommt nicht durch die harte Schale.

„Habe mir den Schnabel fast verbogen,
ich glaube, man hat dich betrogen.“
Die Hühner blicken traurig drein.
Ist denn die Bäuerin so gemein?

Jetzt brüstet sich auch Jonathan,
- der Hahn hat immer einen Plan.
„Das sieht nach einem Nestei aus,
kommt, das schmeißen wir jetzt raus!“

Es fällt nach unten und zerspringt,
der Dotter über den Boden rinnt,
lautes Gegacker und Geschrei.
„Herrje, das war ein Gänse-Ei“

Weil ich dich mag

Knuddeln, kuscheln, lieben, raufen,
mit dir durch das Leben laufen,
nicht immer geht es nur bergauf,
falle ich tief, - fängst du mich auf.

Du beschützt mich Tag und Nacht,
hast mir so viel beigebracht,
begrüßt mit mir fast jeden Morgen,
bei dir fühle ich mich geborgen.

Mit dir schnarche ich im Duett,
teile mit dir Tisch und Bett,
bin ich auch manchmal kalt wie Eis,
wenn du mich wärmst, dann wird mir heiß.

Zanken können wir wunderbar,
danach sehen wir wieder klar.
Spätestens bis zum Mittagessen,
ist der kleine Zwist vergessen.

Merkst du, dass mich etwas quält,
schaffst du es schnell aus der Welt.
Mit netten Worten und kleinen Scherzen,
öffnest du dir alle Herzen.

 

Der Teddybär

Wer kennt sie nicht, den kuschligen Bären,
den die Kinder so verehren?
Wie oft wurde er geknuddelt,
auch wenn er noch so angeschmuddelt.

Habe ich als Kind einmal geweint,
war er da, der treue Freund.

Tröstend lag er in meinem Arm,
mein Kinderherz, es wurde warm.

Allein im Bett, des Nachts im Dunkeln,
sah ich die Bärenaugen funkeln.
Er hat mich in der Nacht bewacht
und schon früh morgens angelacht.

Konnte ich auf sein Innenleben blicken,
musste Mutter ihn gleich flicken.
Abends lag er wieder auf meinem Kissen,
von meiner Liebe arg zerschlissen.

Ach, was wäre das für ein Leben,
würde es den Teddybär nicht geben.
Er hat im Leben seinen Platz,
als Trostspender und als Kuschelersatz.

Schaut euch mal die Teddybären von Sina Martin an. Homepage martinbaeren.de.

Wassersportler auf Fehmarn

Der Wetterbericht sagt Wind voraus,
da wird nicht lang geschnackt,
Windsurfen steht heut´ auf dem Plan,
da werden Brett und Segel eingepackt.

Unser Ziel ist die Insel Fehmarn,
das Örtchen Gold, - am Strand.
Ein Pardadies für Wassersportler,
Surfern und Kitern gut bekannt.

Zahlreiche Schirme und Segel
glitzern bunt im Sonnenlicht.
Jung und Alt haben ihr Vergnügen,
Erschöpfungspausen kennen sie nicht.

Sie scheuen weder Kälte noch Sturm,
trotzen der gleißenden Sonne.
Durchflügen die tosenden Wellen,
genießen das Treiben mit Wonne.

Mit wettergegerbten Gesichtern,
kämpfen sie gegen Naturgewalten.
Aufgeben ist keine Option,
- sie müssen dagegenhalten.

Aufgebracht kreischen die Möwen,
bedrohlich erscheint heut´ der Himmel.
Da bleiben sie lieber am Boden,
fernab von dem ganzen Gewimmel.

Fehmarn August 2021

 

 

Vergessene Sammlerstücke

Auf dem Dachboden stehen seine Kisten.
Alte Bücher, Alben, Bilderrahmen.
Kleine Schachteln, handbeschriftet,
mit vielen unbekannten Namen.

Bloodies, Indian Wirls und Bandet Lutz,
liest sie auf einem Päckchen.
Sie öffnet es und schaut hinein,
findet viele, blaue Säckchen.

Sie zieht die zarten Kordeln auf,-
blickt in ein rollendes Farbenmeer.
Glaskugeln purzeln ihr entgegen.
Wo kommen all´ die Murmeln her?

Seltene Sammlerstücke, aufgelistet,
und detailliert beschrieben.
Glasklar, milchig, mit Farbspiralen.
Einzigartig und so verschieden.

Die 50,8 mm Ribbon Lutz
ist ein antikes Sammlerstück.
Sie legt die Kugel, ganz behutsam,
in das Samtsäckchen zurück.

Was für ein schöner Regenbogen...
Ein Schmunzeln zeigt sich im Gesicht.
Die bunte Kugel in ihrer Hand,

reflektiert das helle Tageslicht.

Woher kommen all´ die Schätze,
aus seinen frühen Jugendtagen?
Vielleicht kann er sich ja erinnern?
Sie wird ihn sicher danach fragen.

Sie ist auf dem Weg ins Pflegeheim,
ihr Vater ist seit Jahren dement.
Seine Ribbon Lutz hat sie dabei.
Ob er die Murmel wohl erkennt?

 

 

Lass mich hinein

Verzweifelt stehe ich nun hier
vor der verschlossenen Wohnungstür,
den Finger auf dem Klingelknopf,
vieles geht mir durch den Kopf.

Gestern haben wir uns gestritten,
ich habe stundenlang gelitten,
habe sehr viel nachgedacht
und mir auch Vorwürfe gemacht.

Mit Harry war schon vor dir Schluss,
es war nur ein Begrüßungskuss,
du hast das völlig falsch verstanden,
weil wir so nah beisammen standen.

Bitte lass mich endlich rein,
du musst nicht eifersüchtig sein,
ich habe dich so sehr vermisst,
weil du der Traummann für mich bist.

Im Treppenhaus erlischt das Licht.
Warum öffnest du mir nicht?
Es ist dunkel, - mir wird kalt…
Jetzt öffnet sich die Tür einen Spalt.

Verschlafen schaust du mir entgegen,
ich bin so glücklich und verlegen,
du ziehst mich rein, reichst mir den Arm,
in deiner Nähe wird mir warm.

 

Wehmut macht sich breit

Musik belebt das Reihenhaus,
er holt die Tanzschuhe heraus.
Die Budapester, von Werner Kern,
mag er ganz besonders gern.

„Oh, Solo Mio“ stimmt er an,
obwohl er gar nicht singen kann.
Die Schuhe sind neu, noch blitzeblank,
und stehen schon ein Jahr im Schrank.

Hochglanzleder erstrahlt im Licht,
er mag es elegant und schlicht.
Ein wenig Wehmut macht sich breit,
- es war doch eine schöne Zeit.

Das Tanzen hat er sehr genossen,
nun hat die Tanzschule geschlossen.
Tango ist seine Leidenschaft,
er fordert Anmut, Stolz und Kraft.

Für Rhythmus hat er ein Gespür.
Wehmütig denkt er an das Turnier.
Mit Marika hat sein Weg begonnen,
gemeinsam haben sie oft gewonnen.

"Was sie wohl macht", denkt er gerade.
"Dass wir nicht tanzen", ist so schade.
Leichtfüßig setzt er die Tangoschritte,
und tänzelt durch die Zimmermitte.

 

Leise Melodien

Feuchte Luft und heißer Sand,
Sonne, Wasser, Blütenduft.
Kunstvoll schwirren Kolibris
im Sturzflug durch die Luft.

Siehst du den Vogel,
der durch die Luft schwingt,
aufgeregt flattert
und sein Liedchen singt?

Kein Vogel singt so hoch,
und balzt mit leisen Melodien.
Die Federn vibrieren….
Hör´ doch mal hin.

Zierlich und klein,
wie ein funkelnder Juwel.
Er steht in der Luft.
Zarte Flügel schlagen schnell.

Die Federn, leuchtend bunt,
- eine Augenweide.
Wie ich den Kolibri um sein
schillerndes Kleid beneide.

Seine Wendigkeit und Freude
faszinieren mich bald.
Ein Exemplar aus dem
tropischen Märchenwald.

Jeder Flügelschlag zeugt von
grenzenloser Energie.
Kunstvoll flatternd verbreitet
er Anmut, Stolz und Magie.

 

Morgens im Fichtenwald

Wie wohltuend ist die Morgenluft,
Frühnebel, leichter Fichtenduft,
so früh ist niemand auf der Pirsch,
folge den Fährten von Reh und Hirsch.

Der Fuchs ruht noch in seinem Bau,
Trittsiegel einer Wildschweinsau,
ein kleiner Zaunkönig hüpft schon stolz,
auf Nahrungssuche,- durchs Unterholz.

Plötzlich sehe ich im Fichtenwald,
ein Mann von stattlicher Gestalt,
mit grünem Hut und Gamsbart dran.
Ich grüße den feschen Jägersmann.

Vermutlich befinde ich mich hier
gerade in seinem Jagdrevier.
„Waidmannsheil“, ruft ich verlegen,
schreite forsch aus, auf feuchten Wegen.

Sein Dackel hat mich fest im Blick
und folgt mir nun auf Schritt und Tritt.
Bedrohlich, wie in einer Krimiszene,
fletscht der Vorstehhund die Zähne.

Waldi kläfft, lässt mich nicht gehen,
der Jäger ist noch nicht zu sehen.
Plötzlich ertönt das Zauberwort,
der Hund horcht auf, - läuft eilig fort.

 

Malerische Träume

Wenn Gedanken auf die Reise gehn,
wird auch der triste Alltag schön.
Ich denke ganz spontan an Sylt.
In meinem Kopf entsteht ein Bild.

Oft träume ich des nachts, im Schlafe,
von Meeresrauschen, Dünen, Schafe,
Heidelandschaft, breitem Strand,
von Strandkörben im weißen Sand.

In Erinnerung an die schöne Insel,
greife ich zu Papier und Pinsel.
Minutenlang überlege ich mir:
Was bringe ich jetzt aufs Papier?

List hat mich magisch angezogen,
wie oft waren wir am Ellenbogen,
hat sich der Westwind aufgebaut,
haben wir den Kitern zugeschaut.

Die Schafe in der Lister Heide,
sind für Touristen eine Augenweide.
Auf den Deichen, Straßen, Wegen,
dürfen sie sich frei bewegen.

In der „Bootshalle“ gabs mittags Fisch,
Scholle mit Krabben, stets fangfrisch.
Ein Eis am Hafen, mit Blick aufs Meer,
da wird das Herz vor Sehnsucht schwer.

 

Ein schöner Traum

Seid wir beide uns begegnet,
scheint die Sonne, auch wenn es regnet.
Du machst gern verrückte Sachen,
bringst mich jeden Tag zum Lachen,
bist großzügig und aufmerksam
und reichst mir deinen starken Arm.

Du bist das Licht, das ewig scheint,
der Mensch, der mit mir lacht und weint.
Mein Kummerkasten und Wegbegleiter,
manchmal auch der Blitzableiter.
Ist die Spannung dann gewichen,
bin ich wieder ausgeglichen.

Du bist geerdet und spontan,
und gibst auch gern die Richtung an.
In hellen wie in dunklen Zeiten,
darfst du mich führen und begleiten.
Seit wir den Weg gemeinsam gehn,
ist jeder Tag nochmal so schön.

Wenn wir auf unsere Herzen hören,
wird niemand unser Glück zerstören.
Ich bin so froh, dass es dich gibt,
und wie am ersten Tag, verliebt.
Manchmal glaube ich es kaum,
mein Leben ist ein schöner Traum.

 

Das gute alte Tagebuch

Sie greift zu ihrem Tagebuch
und lässt den Tag revuepassieren.
Noch immer kann sie seine Worte
in ihrer zarten Seele spüren.

Ein paar Tränen laufen sacht,
die zarten Wangenknochen runter.
Sie blinzelt in das fahle Licht,
- draußen geht die Sonne unter.

Nachdenklich schüttelt sie den Kopf,
nimmt einen Stift und überlegt.
Jetzt füllt sich wieder eine Seite,
mit dem, was gerade ihr Herz bewegt.

Danach fühlt sie sich befreit.
Auf weißen Seiten, ruhen die Sorgen.
Vor ihr liegt eine ruhige Nacht,
alles andere hat Zeit bis Morgen.

Das gute alte Tagebuch,
erzählt von Liebe, Leid und Glück.
Es enthält ihr halbes Leben.
Manchmal blättert sie zurück.

 

 

Gedanken sind frei

Wenn ich mir das Bild an seh´,
möchte ich wieder an die See…
Wehmut macht sich gerade breit.
Es ist schon eine harte Zeit.

Ich möchte an die Nordsee fahren,
so wie in den letzten Jahren,
am breiten Strand spazieren gehen
und auf die raue See raussehen.

Den wilden, tosenden Wellen lauschen,
einschlafen beim Meeresrauschen,
höre schon wie die Möwe ruft,
träume von klarer, frischer Luft.

Doch mit meinen Träumereien,
bin ich sicher nicht allein.
Die Wirklichkeit sieht anders aus,
sehnsuchtsvoll schaue ich hinaus.

Ich male mir gern eine Welt,
genauso, wie sie mir gefällt.
Jeder Pinselstrich macht Mut,
befreit die Seele und tut gut.

 

Das Phänomen der Liebe

Die Blumen duften süßer,
die Sonne scheint viel heller,
man fühlt sich leicht beschwingt,
das Herz klopft gleich viel schneller.

Man meint man schwebt dahin,
auf weißen Engelsflügeln,
und kann die heißen Flammen
der Begierde nicht mehr zügeln.

Lichterloh steht man in Flammen
betäubt und liebestrunken,
der Geist ist leicht vernebelt,
- in Träumereien versunken.

Bei zärtlichen Liebkosungen,
leises Flüstern, zartes Beben,
summt der Körper seine Melodie.
Nur die Liebe lässt uns leben.

 

Zwei Zimmer, Küche, Bad

Grübelnd sitzt du am Frühstückstisch,
irgendetwas ist doch geschehen…
Vergräbst die Hände in deinem Schopf,
wagst es nicht, mich anzusehen.

Vor dir liegt die Tageszeitung,
der gelbe Textmarker daneben.
Ich weiß nicht, was ich denken soll,
doch eine Erklärung wirds schon geben.

Interessiert schaue ich aufs Tagesblatt.
„Was hast du denn gerade markiert?
Ah, du bist auf Wohnungssuche….
Ist denn irgendwas passiert?“

Zwei geräumige Zimmer, Küche, Bad.
Mein Herz setzt für Sekunden aus.
80m2 Wohnfläche, parterre, v. privat,
- in einem schönen Altbauhaus.

Jetzt bin ich verwirrt und sprachlos.
Irgendetwas läuft gerade verkehrt.
Habe ich mich in diesem Mann,
mein Leben lang denn so geirrt?

Es ist unerträglich still.
„Du solltest mir eine Antwort geben.“
Da bricht es schon aus dir heraus:
„Ich möchte gern alleine leben.“

„Dann fang doch schon mal an zu packen!“
Mein Körper fängt leicht an zu beben.
Die Tränen halte ich stolz zurück.
„Vergiss nicht den Schlüssel abzugeben!“

Wenn ich eine Möwe wär,
würde ich die Welt von oben sehen
und im großen kalten Meer,
so manchen dicken Fisch erspähen.

Ich würde frische Seeluft tanken,
im Gleitflug durch die Lüfte schweben,
mich um jeden Bissen zanken,
denn schließlich gehst ums Überleben.
 
Ich wäre ein Räuber ohne Gewissen,
und frei von jeder Art von Sorgen.
Den Tag würde ich schon früh begrüßen,
und meine Runden drehen am Morgen.

Der Leuchtturm wäre mein Zuhaus,
das Dünengras die Gartenhecke,
dort brütete ich den Nachwuchs aus,
in einer stillen, warmen Ecke.

Niemand würde mich dort stören,
weil mich ja niemand sieht.
Ich würde nur die Wellen hören,
der Wind sänge mir sein Lied.
 

Ich würde gern zur Abendzeit
oben auf dem Leuchtturm sitzen
und aus purem Zeitvertreib
des Leuchtrumwärters Brot stibitzen.

 

Wie wird es sein?

„Wie wird es sein, in zwanzig Jahren?
Ich bin betagt, - du jung an Jahren.
Wird unsere Liebe dann noch halten,
trotz Altersspuren und tiefen Falten?“

Ich spüre Traurigkeit in deinem Gesicht.
 Eine Antwort darauf hab´ ich nicht.
„Man kann Glück nicht konservieren,
wir können es nur ausprobieren.

Freund Amor hat uns auserwählt
und unser Leben auf den Kopf gestellt.
Ich möchte den Moment einfangen
und nicht um unsere Zukunft bangen.“

Belustigt schaust du ins fahle Licht,
was du gerade denkst, das weiß ich nicht.
Die kleinen Fältchen stehen dir gut,
in deinen Wangen pulsiert das Blut.

Du formst Figuren mit der Hand,
die Schatten tanzen an der Wand.
Jetzt bringst du mich wieder zum Lachen.
Das darfst du noch mit Achtzig machen.

 

 

 

 

Harte Zeiten

Vanessa ist jetzt Mitte dreißig,
intelligent und attraktiv.
Jahrelang war sie motiviert und fleißig,
dann lief beruflich einiges schief.

Ihr Job im Reisebüro war in Gefahr.
Der Flugverkehr brach sehr stark ein.
Ihr Chef war morgens schon früh da
und bat sie ins Büro hinein.

"Ihr Arbeitsplatz wird leider gestrichen.
„Ich muss Ihnen kündigen“, hat er gesagt.
Ihren Fragen ist er ausgewichen,
hat die Entscheidung nur beklagt.

Unermüdlich schreibt sie Bewerbungen.
Gute Stellen sind gerade knapp.
Sie wird zur Sparsamkeit gezwungen,
- die Geldreserven nehmen ab.

Ihr Alltag gerät langsam ins Wanken,
Zukunftspläne gibt’s nicht mehr.
Täglich macht sie sich Gedanken,
versinkt daheim im Tränenmeer.

Mit der Miete liegt sie leicht im Rückstand.
Sie denkt an einen Kleinkredit.
Ihre Eltern haben die Situation erkannt
und helfen jetzt ein wenig mit.

Das Arbeitsamt schickt ihr eine Nachricht.
Nach langer Zeit, nun endlich mal...
Machen sie vielleicht auch Nachtschicht?
Wir suchen Pflegepersonal.

 

Ein Brief für den Kummerkasten

Wie fülle ich die Leere, die gerade entsteht?
Jeder wünscht sich, dass das Leben weiter geht.
Ich möchte meine Lieben mal wieder umarmen.
Es ist lange her, seit sie das letzte Mal kamen.

Ich hätte so gern einen Kummerkasten,
für all´ die Dinge, die mich seit Tagen belasten.
In meiner Seele tobt gerade ein Stimmungstief.
Ich greife zum Stift und schreibe einen Brief.

Mir ist klar, womit mein Brief jetzt beginnt.
Mein Leben wird zurzeit von Hoffnung bestimmt.
Von einer Krise, von der ich das Ende nicht sehe.
Von tiefer Sehnsucht nach menschlicher Nähe.

Alles, was mich besorgt und bedrückt hat,
steht nun schwarz auf weiß auf diesem Blatt.
Ich stecke den Brief in ein kleines Kuvert,
und fühle mich nicht mehr so machtlos und leer.

 

Fritzchen hört den Lehrer fragen,
kann jemand ein Gedicht aufsagen?
Schon schießt sein Fingerchen empor,
er hat noch Opas Vers im Ohr.
Der Lehrer nimmt den Fritz jetzt dran.
„Na, leg´mal los, ich hör `s mir an.“

„Ein Fischer saß am Elbestrand
und hielt die Angel in der Hand.
Er wollte fangen einen Barsch,
das Wasser ging ihm bis zum….Knie.“

Anstatt der Lehrer heiter schmunzelt,
sieht er, wie er die Stirn leicht runzelt.
Der Lehrer nun zu Fritzchen spricht:
„Mein kleiner Freund, das reimt sich nicht.“
„Zur Mittagszeit kommt ja die Flut,
dann reimt es sich doch wieder gut!“

 

Männer verstehen es zu leben

Bin ich am Morgen müd´ und schlapp,
bringt mich der Kaffee´ rasch auf Trapp.
Ein leichtes Frühstück, Zeitung lesen,
greife nach dem großen Besen,
die vielen Blumen noch versorgen,
dann ist er schon fast rum, der Morgen.
Zum Kochen steht alles bereit,
denn um 13 Uhr ist Mittagszeit.

Mein lieber Gatte, sportlich schlank,
trimmt seinen Körper auf der Fitnessbank.
So ganz in Ruhe, mit leiser Musik,
- die Uhrzeit immer fest im Blick.
Punkt 13 Uhr sitzt er am Tisch,
gut gelaunt, geduscht und frisch.
Er riecht den leckeren Krustenbraten
und kann die Mahlzeit kaum erwarten.

Ich wasche schon in Gedanken ab,
esse schnell, die Zeit ist knapp,
die Müdigkeit wird ganz geschickt,
bevor sie auftritt, im Keim erstickt.
Mein Liebster streichelt seinen Bauch,
müde wird er jetzt langsam auch,
schon zieht er um, in seine Ecke
und rührt sich vorerst nicht vom Flecke.

Während er tief schläft und träumt,
habe ich die Küche aufgeräumt.
Ich schleiche herum, auf leisen Sohlen,
um den Einkaufskorb zu holen.
Noch mal kurz die Liste checken
Leergut und Altpapier einstecken,
dann fahre los, mit dem Gedanken,
auf dem Heimweg noch zu tanken.

Mein Ehemann hat lange geruht,
und überlegt, was er jetzt tut.
Die Post hat er schon durchsehen,
das Wetter ist heut´ gar nicht schön,
was macht man denn an einem Tag,
an dem man gar nicht rausgehen mag?
Er greift zu einem Fläschchen Wein
und schenkt sich jetzt ein Gläschen ein.

Während ich mich mit dem Einkauf quäle,
zappt er entspannt durch die Kanäle.
Plötzlich kommt ihm in den Kopf:
"Back uns doch mal einen Hefezopf.
Dann muss du nicht so früh aufstehen
und zum Bäcker an die Ecke gehen.
So ein Hefezopf wäre nicht verkehrt
und ist allemal die Mühe wert."

Beim Kneten komme ich ins Schwitzen,
würde so gern ein Stündchen sitzen.
Vielleicht schreibe ich mal ein Gedicht.
Im Büro brennt gerade Licht.
"Ach, da bist du ja, mein Guter,
ich möchte jetzt an den Computer.
Du darfst dir woanders die Zeit vertreiben,
ich möcht´ jetzt ein paar Verse schreiben.

"Das glaube ich nicht", bricht er sich Bahn.
"Wer schaut sich deinen Schmarrn denn an?"

 

Eine ungewöhnliche Liebe

Sie stand nachts oft an der Straße,
das hat ihn zutiefst bewegt.
Hat jeden Euro mitgenommen
und fürs Studium zurückgelegt.

In so mancher kalten Nacht,
ließ sie ihre Hüllen fallen.
Sie hat sich nichts dabei gedacht.
Vielleicht hat es ihr auch gefallen.

Fred wollte sich mit ihr vergnügen,
das Mädchen schürte sein Verlangen.
Er wollte ihre Nähe spüren,
drum ist er gern zu ihr gegangen.

Im nahen Park, unter den Bäumen,
haben sie auf der Bank gesessen.
Sie erzählte ihm von ihren Träumen.
Fred war von dieser Frau besessen.

Manchmal litt er höllisch Qualen,
er konnte ohne sie nicht sein.
Für wahre Liebe wollte er nicht zahlen,

- er wollte sie für sich allein.

Irgendwann hat er sie gefragt:
"Magst du für immer mit mir leben?"
Da hat sie endlich "Ja gesagt,
und ihren Job gern aufgegeben.

 

Begegnung im Speisewagen

Ich schaue nach einem freien Tisch,
möchte nur kurz zu Abend essen.
Bei eins, zwei Gläschen Rotwein,
den öden Alltagsstress vergessen.

Du nimmst den Platz mir gegenüber,
schaust in die alte Speisekarte.
Ich riskiere einen kurzen Blick,
während ich auf den Kellner warte.

Mich faszinieren deine Augen,
- mag deine Grübchen im Gesicht.
Deine Haare glänzen golden,
wenn das Licht sich darin bricht.

Du hast muskulöse Arme.
Sieht stark nach Hanteltraining aus.
Interessant, wie du dich kleidest,
dein Hemd schaut aus der Hose raus.

Der Kellner bringt mir meinen Rotwein
und gießt mir auch ein Gläschen ein.
Vielleicht bist du sogar romantisch?
Dann könntest du der Jackpot sein.

Dein Handy reißt mich aus meinen Träumen.
So langsam sehe ich wieder klar.
Du grinst mich an und sprichst ganz leise:
"Hallo Schatz, ich bin gleich da."

 

Das Eichhörnchen

Flink und geschmeidig wie ein Kätzchen,
huscht es hinauf auf einen Baum.
Sucht sich ein geschütztes Plätzchen,
der Mischwald ist sein Lebensraum.

Es ernährt sich von Nüssen und Samen,
schafft für den Winter Vorrat an.
Braucht stets einen sicheren Rahmen,
in dem es sich bewegen kann.

Die Krallen sind sehr spitz und scharf,
die Ohren lang und breit.
Es liebt den kurzen Winterschlaf,
wenn es draußen schneit.

Das Nagetier ist scheu und wachsam,
der buschige Schwanz so wunderschön.
Immer wenn ich ihm zu nah kam,
verschwand es auf „Nimmer Wiedersehen.“

 

Taffe Frauen wehren sich

Sie hat so hübsch geformte Beine
und einen Hintern wie Je Lo.
Strümpfe trägt sie meistens keine.
Die Stretch-Jeans formt ihren Popo.
Die weiße Bluse steht etwas offen,
ein wenig Busen schaut heraus.
Das lässt die Männerwelt oft hoffen,
doch sie macht sich nichts daraus.

Eilig läuft sie durch die Straßen,
die Buisness-Mappe unter dem Arm.
Den Bus darf sie keinesfalls verpassen.
Nach diesem Sprint wird ihr schon warm.
Auf dem Weg ins Großraumbüro,
bleibt sie am Kaffeeautomaten stehen.
Greift nach dem Becher „Kaffee to go“,
um dann an ihren Platz zu gehen.

Auf dem Schreibtisch liegt ein Umschlag.
Vermutlich von ihrem Abteilungsleiter.
Was sie an ihm so gar nicht mag,
er gibt nicht auf und baggert weiter.
Hastig öffnet sie das Kuvert,
um sich den Brief rasch anzusehen.
Sie holt tief Luft und atmet schwer.
Worum mag es denn heute gehen?

Oh, mein Gott, das kann nicht sein…
Sie unterdrückt gerad´ einen Schrei.
Ihr Chef lädt sie nach Italien ein
und gibt ihr eine Woche frei.
Gute Leistung wird belohnt,
hat er in seinem Brief geschrieben.
Lob ist sie ja von ihm gewohnt,
doch das ist wirklich übertrieben.

Als sie den Brief zurücksteckt,
schaut sie noch mal genauer hin.
Im Kuvert hat sie noch etwas entdeckt.
Es liegen zwei Flugtickets darin.
Ihr Grinsen wird ein wenig breiter,
- darauf fällt sie jetzt nicht herein.
Sie verflucht ihrem Abteilungsleiter.
„Netter Versuch. - Du fliegst allein.“

Das Leben spüren

Wenn man erst einmal versteht,
wie schnell die Lebenszeit vergeht,
 wird einem direkt angst und bange,
dann überlegt man nicht mehr lange.

Keine Zeit mehr für Diskussionen,
die sich letztendlich nicht lohnen.
Keine Zeit für Neider und Egoisten,
es wird Zeit mal auszumisten.

Dieser Behördenkram, die langen Schreiben,
können mir gestohlen bleiben.
Statuen, Regeln und Verfahren,
nerven mich bereits seit Jahren.

Schluss mit Aufschneider-Geschichten,
auf aufgeblasene Egos kann ich verzichten.
Die können woanders aufmarschieren,
ich will mich aufs Wesentliche konzentrieren.

Ich möchte das Leben intensiver spüren,
meine Seele sanft und zaghaft berühren,
die kostbare Zeit nicht länger verschwenden,
sie mit gutem Gewissen würdig beenden.

Ich möchte mich nur noch mit Menschen umgeben,
die lachen und Spaß haben am Leben.
Ich denke noch nicht dran die Segel zu streichen,
aber ich möchte mein Ende zufrieden erreichen.

 

Dunkle Stunden

Sie erzählt von ihren dunklen Stunden,
wenn sich der schwarze Vorhang schloss.
Die Zeit hat sie längst überwunden,
nun spendet sie den anderen Trost.

Ihre Stimmung war oft sehr gedrückt,
es fehlten Antrieb und Energie.
Sie ging nie aufrecht, eher gebückt.
Glücklich war das Mädchen nie.

Ihre Eltern haben sie geschlagen.
Oft grundlos, das verstand sie nicht.
Sie erzählt, dass sie an manchen Tagen,
immer noch zusammenbricht.

Sie hat geraucht und viel getrunken,
probierte starke Drogen aus.
Gefatter Tod hat schon gewunken.
Schließlich verließ sie ihr Zuhaus´.

Streetworker haben sie aufgegriffen
und mit in ihre Arbeit eingebunden.
Sie ließ das Trinken und das Kiffen,
hat ihren Wirkungskreis gefunden.

Nun arbeitet sie für die Diakonie
und betreut obdachlose Härtefälle.
Ihre Erlebnisse vergisst sie nie.
Sie lebt für ihre Arbeitsstelle.

 

Dann kam John

Neben mir wohnte ein verbitterter Greis,
er war einsam und sehr verschlossen.
Danach kam John, - der Typ ist heiß,
ich war sofort in ihn verschossen.

Als er sich vorstellte, war er ganz locker,
bot mir auch das „Du“ gleich an.
Er haute mich direkt vom Hocker,
- was für ein attraktiver Mann.

Wenn er mal klingelt, an meiner Tür,
bin ich total verlegen.
Ich verfalle in Schockstarre, kann nichts dafür,
und kann mich kaum bewegen.

Dann lächelt er, geht an mir vorbei,
setzt sich auf einen Küchenstuhl.
Er wirkt auf mich so herrlich frei,
ich finde ihn ganz einfach cool.

Treffe ich ihn morgens im Treppenhaus,
gehe ich freudestrahlend ins Büro.
Gestern fragte mich mein Kollege Klaus,
„warum bist du morgens schon so froh?“

„Bei mir wohnt schon seit einiger Zeit,
so ein fescher Künstlertyp.
Er ist sehr hübsch und blitzgescheit,
ich vermute mal, ich bin verliebt.“

 

Schenk mir ein Lächeln

Schenk´ mir heut´ ein kleines Lächeln,
mach´ mir bitte etwas Mut.
Bring´ die Sonne in mein Leben,
- das tut meiner Seele gut.

Das Strahlen in deinen grünen Augen
erhellt so manchen trüben Tag.
Lass´ nicht zu, dass es erlischt,
weil ich es so an dir mag.

Mit Liebe und mit Heiterkeit
holst du mich aus jedem Tief.
Du fängst mich immer wieder auf,
läuft im Leben etwas schief.

Dankbar reiche ich dir die Hand.
Ohne dich wäre mein Leben trist.
Ich habe schon sehr früh erkannt,
dass du etwas Besonderes bist.

 

Die Segel setzen

Nicht verzweifeln, mal wieder lachen,
die grauen Wolken einfach vertreiben.
Jeden Tag ein wenig schöner machen,
vorwärts gehen, nicht stehen bleiben.

Stolpersteine beiseite räumen,
im Leben nur nach vorne schauen.
Mal wieder mit offenen Augen träumen,
dir selbst und anderen vertrauen.

Man kann den Wind nicht drehen,
aber die Segel anders setzen.
Wenn wir das verstehen,
wissen wir das Leben zu schätzen.

 

Edelgart und Eberhard

Der dicke Eber, Eberhard,
hat gerade noch im Sand gescharrt.
Jetzt liegt er neben Edelgart,
die an Zuneigung nicht spart.

Sie präsentiert ihm ihre Zitzen,
da kommt der Eber schon ins Schwitzen.
Sein Herz schlägt im Dreivierteltakt.
Wie schön wär jetzt ein Liebesakt.

Ihre Ferkel, zart und niedlich,
schlummern in der Früh noch friedlich.
Kein Grunzen und kein Futterneid,
nur Ruhe, Nähe, Zärtlichkeit.

Er schaut die Sau an und denkt sich gerade,
dass wir nicht allein sind, ist wirklich schade.
Wie gern würde ich Edelgart verwöhnen.
Ich mag ihr wohlig sattes Stöhnen.

Wäre es jetzt finstere Nacht,
würde ich sie lieben, bis die Schwarte kracht.
Sie hat den allerschönsten Schinken,
mit ihr möchte ich im Heu versinken.

 

Traurige Erkenntnis

Ich stehe im Garten, liebestrunken
und schaue auf die Vergissmeinnicht.
So ganz und gar in mich versunken-
im fahlen Abenddämmerlicht.

Du fehlst mir sehr, muss ich gestehen.
Hattest nicht mal ein Abschiedswort.
Du sagtest mir, „ich möchte gehen“.
Kurz danach warst du schon fort.

Meine Tränen konntest du nicht sehen,
du hast dich nicht mehr umgedreht.
Was ist denn nur mit uns geschehen?
Ist es nun endgültig zu spät?

Wir haben uns doch blind vertraut,
geliebt und immer respektiert.
Du hast mich lächelnd angeschaut,
- von Abschied habe ich nichts gespürt.

Das Feuer in dir war erloschen.
Gespräche ergaben keinen Sinn.
Dann fiel bei mir endlich der Groschen:
Du liebst die nette Nachbarin.

 

Lass´ sie wachsen

Lass´ die Blumen doch im Garten,
auf den Wiesen und im Wald.
Stehen sie erst in deiner Vase,
dann verwelken sie auch bald.

Traurig neigen sie die Köpfe,
die Stängel knicken kraftlos ein.
Sie sehen trist und farblos aus
und sehnen sich nach Sonnenschein.

Greif nicht ein in die Natur,
die Bienen werden es dir danken.
Erfreue dich draußen an den Pflanzen,
lass´ sie wachsen, lass sie ranken.

 

Ein  Freund

Du bist ein guter Freund von mir,
dem man vertrauen kann.
Wie oft sitze ich bei dir
und du hörst mich nur an.

Du schweigst und gibst mir einen Rat,
sehr weise und sehr klug.
Manchmal schreitest du auch zur Tat,
entschlossen und mit Mut.

Brauche ich Hilfe, bist du da,
bei Tag und auch bei Nacht.
Ich fühle mich dir oft so nah,
dass mir das Sorgen macht.

Geht es mir schlecht, leidest du mit,
für einen Augenblick.
Führst mich sachte, Schritt für Schritt
ins Leben dann zurück.

Du bist ein guter Kamerad,
zum Anlehnen und zum Schwätzen.
Wohl dem, der solche Freunde hat,
ich weiß das wohl zu schätzen.

 

Die Fischer von Isla Sal

Auf dem alten Steg stehen Touristen,
die Fischerboote legen jetzt an.
Auf dem Wasser schaukeln rostige Kisten,
die Attraktion ist heut´ein junger Mann.

Er lebt in einer fremden Welt,
ist Luxus nicht gewohnt.
Verdient mit Fischen hier sein Geld,
ein Job, der sich kaum lohnt.

Er nimmt 10 Fische in die Hand,
macht einen Kopfsprung damit vom Kahn.
Taucht durchs Wasser, - bis ans Land
und schaut mich lächelnd an.

Jetzt strahlt er über beiden Ohren,
genießt unseren Applaus.
Er hat nicht einen Fisch verloren,
sieht stolz und glücklich aus.

Seine Fische legt er auf den Steg
und springt zurück ins Meer.
Er taucht noch sehr oft diesen Weg,
das Boot ist noch nicht leer.

Jede Erinnerung zählt

Ich brauche mir nichts mehr beweisen,
kann gechillt durchs Leben gehen.
Ich hatte viele schöne Reisen,
habe mich gründlich umgesehen.

Vieles habe ich festgehalten,
in Gemälden und Gedichten.
Gehöre ich mal zu den „ganz Alten“,
erzähle ich gern meine Geschichten.

Erinnerungen werden verblassen.
Im Alter sitze ich dann zu Haus.
Sollte mein Gedächtnis mich verlassen,
hole ich die Fotobücher raus.

Dann schaue ich mir die Bilder an,
von den schönsten Inseln dieser Welt.
Ich hoffe, dass ich mich erinnern kann,
denn jede Erinnerung im Alter zählt.

 

Du bist ein Meister am PC,
hast immer den richtigen Tipp.
Kennst dich aus mit USB,
und komprimierst am liebsten mit Win-Zip.

Du kämpfst gegen aggressive Viren,
bist jedem Trojaner auf der Spur.
Du bist ein Profi im Programmieren
und vertraust der Fehlerkorrektur.

Würde es kein I-Phone geben,
keinen Lapp-Top und kein Touchscreen,
hätte für dich das Leben,
vermutlich wenig Sinn.

Du zappst dich täglich durch deine Welt,
wichtig sind Speicherplatz und Daten.
Vergisst dabei, was wirklich zählt,
 - lässt deine Liebste warten.

 

Zufällig an einem Tisch

Du hast ein Funkeln in den Augen
und ein Lächeln im Gesicht.
Deine Haare glänzen golden,
wenn das Licht sich darin bricht.

Du hast muskulöse Arme,
die du keineswegs versteckst.
Interessant, wie du mich ansiehst,
wie du mein Interesse weckst.

Zum Lesen brauchst du eine Brille.
Du trägst ein grünes Polo-Shirt.
Dein Haarschnitt ist auffallend modisch,
was mich erst einmal verwirrt.

Ich lausche dir, wenn du erzählst.
Habe mir noch ein Glas Wein bestellt.
Du bist mal ernst und manchmal lustig,
was mir recht gut an dir gefällt.

Wir sitzen zu zweit an einem Tisch.
Du wolltest nur kurz zu Abend essen.
Bei eins, zwei Gläschen Rotwein,
den öden Alltagsstress vergessen.

Ich hänge gespannt an deinen Lippen,
und versinke in deinem Blick.
Die Zeit läuft uns gerade davon ,
ich drehe die Uhr heut´gern zurück.

 

Der Straßenmusikant

An manchen Tagen steht sie Kopf,
- Leos bescheidene kleine Welt.
Zum Beispiel wenn in seinen Topf
ein Zwanzig-Euro-Schein reinfällt.

Er steht immer an derselben Ecke,
die Gitarre unter seinem Arm.
Sein Hund liegt friedlich auf einer Decke,
denn auf der Straße ist es nicht warm.

Leo verdient sich seit vielen Jahren
sein Geld als Straßenmusikant.
Jeden Cent möchte er gern sparen,
für einen Trip durchs ganze Land.

Im Sommer bleiben die Menschen stehen,
im Winter sind sie oft in Eile.
Dann sieht er sie vorübergehen,
auf der belebten Einkaufsmeile.

Ich steh´ hier oft, lausche seinem Lied,
seine Stimme schmeichelt meinen Ohren.
Mache ich die musikalische Reise mit,
fühle ich mich wie neu geboren.

 

Die alte Dame von Gegenüber

Manchmal sehe ich sie weinen,
meistens, wenn sich der Abend neigt.
Von Weitem möchte man dann meinen,
dass sich die Einsamkeit dann zeigt.

Ihre Blicke schweifen in die Ferne,
das weiße Haar schimmert im Licht.
Vielleicht zählt sie ja gerad´ die Sterne?,
heute Nacht ist wieder klare Sicht.

Ich kenne die Dame nur vom Sehen,
doch sie erscheint mir sehr vertraut.
Wenn wir Zwei am Fenster stehen,
haben wir uns oft angeschaut.

Manchmal winke ich zu ihr rüber,
 dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.
Ich mag die Dame von gegenüber,
sie wirkt so zerbrechlich, im schwachen Licht.

 

Glücksmomente

Die Straßenbahn ist so rappelvoll,
dass ich keinen Sitzplatz find´.
In den meisten Gesichtern sehe Groll,
obwohl der Tag doch erst beginnt.

Jeder hat mit sich zu tun,
ist beschäftigt mit seinen Sorgen.
Ich würde auch gern noch etwas ruhen,
und blinzle in den Morgen.

Da drängelst du dich durch die Bahn,
mit jugendlichem Elan.
Du streifst ganz sachte meinen Arm,
- ich halte kurz den Atem an.

Ich bin hellwach und drehe mich um,
du drückst den Halteknopf.
Ich bin irritiert, verwirrt und stumm.
Was spielt sich ab, in meinem Kopf?

Du hast mich nur ganz kurz berührt,
und ein Feuerwerk entfacht.
Ich habe dich so intensiv gespürt.
und den ganzen Tag an dich gedacht.

Wie kann ich dich nur wiedersehen?
Gedanken drehen sich im Kreise.
Dieser Moment war einfach schön.
Auf eine ganz besondere Weise.

 

Philippe erfreut mein Herz

Ich gehe sehr oft ins Varieté,
lausche ihm gern, - er spielt so leise.
Wenn ich den Clown Philippe seh,
gehen meine Gedanken schnell auf Reise.
Ich denke an meine Kindheit,
an die lustigen, bunten Zirkusleute.
Daran, dass jeder Clown in jenen Zeit,
mich als Kind so sehr erfreute.
Er spielt auf einer kleinen Violine,
die Melodie erreicht mein Herz.
Philippe berührt all´ meine Sinne,
ich verspüre Freud´ und Schmerz.
Seine Augen sehen traurig aus,
er wippt mit seinem großen Schuh.
Zum Schluss bekommt er viel Applaus.
Im Scheinwerferlicht winkt er mir zu.

 

Weil ich dich mag

Knuddeln, kuscheln, lieben, raufen,
mit dir durch das Leben laufen,
nicht immer geht es nur bergauf,
falle ich tief, - fängst du mich auf.

Du beschützt mich Tag und Nacht,
hast mir so viel beigebracht,
begrüßt mit mir fast jeden Morgen,
bei dir fühle ich mich geborgen.

Mit dir schnarche ich im Duett,
teile mit dir Tisch und Bett,
bin ich auch manchmal kalt wie Eis,
wenn du mich wärmst, wird mir ganz heiß.

Zanken können wir wunderbar,
danach sehen wir wieder klar.
Spätestens bis zum Mittagessen
ist der kleine Zwist vergessen.

Merkst du, dass mich etwas quält,
schaffst du es schnell aus der Welt.
Mit netten Worten und kleinen Scherzen,
öffnest du dir alle Herzen.

 

Neue Wege

Ich muss neue Wege beschreiten,
in diesen stürmischen Zeiten.
Ein Ortswechsel macht Sinn,
- wo zieht es mich hin?

Das Leben geht weiter,
es wäre gescheiter,
etwas Neues zu wagen,
anstatt immer zu klagen.

Ich habe vieles geschafft,
hab´ noch unglaublich viel Kraft,
kann noch so viel erreichen
und stelle die Weichen.

Ich möchte die Veränderung spüren
und noch so vieles ausprobieren.
Mein Herz ist bereit,
für mich wird es Zeit.

 

Im Straßencafe´

Das Leben ist hektisch, wohin man schaut,
gestresste Menschen, - in den Straßen ist ´s laut.
Niemand hat Zeit, in der Hand „Kaffee to go“,
die Zeitung unterm Arm, - und ab ins Büro.
Autos hupen, die Straßenbahn rasselt vorbei,
ein Radfahrer klingelt sich den Weg schimpfend frei.
Ich sitze im Café, schaue mir das Treiben still an,
am Nachbartisch telefoniert gerade ein Mann.
Der Kellner bringt mir frischen Erdbeerkuchen,
die Beeren muss ich unter der Sahne suchen.
Ein Latte Macchiato mit Herzchen, ach, ist das schön,
das habe ich bisher nur im Fernsehen gesehen.
Das Glas ist so heiß, dass ich mich verbrenne.
Warum keine Tasse mit Henkel, so wie ich es kenne?
Der Herr, mir gegenüber, lächelt und schaut interessiert,
ich habe das Gefühl, das gleich etwas passiert.
Schwungvoll erhebt er sich von seinem Stuhl,
kommt auf mich zu - und lächelt cool.
„Entschuldigung“, sagt er zu mir, völlig entspannt.
„Ich habe dich schon von weitem erkannt.“
Meine Sandkastenliebe, hier im Straßencafé,
wer hätte gedacht, dass ich ihn gerade hier seh?
Seine Augen leuchten, vertraut und warm,
behutsam nimmt er mich in seinen Arm.
Die Begrüßung ist herzlich, ich biete ihm einen Platz an.
Mein kleiner Tommy, ist inzwischen ein stattlicher Mann.
Er erzählt mir von seinem Studium, wo er überall war.
Wir lassen Erinnerungen aufleben und sind uns so nah.
40 Jahre sind vergangen, wo ist die Zeit nur geblieben?
Ich glaube, ich könnte mich auch in Thomas verlieben.
Während wir fröhlich im Gespräch versinken,
schlürfe ich lauwarmen Kaffee, - so lässt er sich trinken.
Niemand schaut auf die Uhr, niemand schaut aufs Display.
Romantik pur, - im Straßencafé.

 

Wenn ich eine Möwe wär,
würde ich die Welt von oben sehen
und im großen, kalten Meer,
so manchen dicken Fisch erspähen.

Ich würde frische Seeluft tanken.
Im Gleitflug durch die Lüfte schweben.
Mich um jeden Bissen zanken,
denn schließlich gehst ums Überleben.
 
Ich wäre ein Räuber ohne Gewissen,
und frei von jeder Art von Sorgen.
Ich würde den Tag schon früh begrüßen,
und meine Runden drehen am Morgen.

Der Leuchtturm wäre mein Zuhause,
das Dünengras die Gartenhecke.
Dort brütete ich den Nachwuchs aus,
in einer stillen, warmen Ecke.

Niemand würde mich dort stören,
weil mich im Gras ja niemand sieht.
Ich würde nur die Wellen hören,
der Wind sänge mir leis´sein Lied.

Ich würde gern zur Abendzeit
oben auf dem Leuchtturm sitzen
und aus purem Zeitvertreib
des Leuchtrumwärters Brot stibitzen.
 

Der arme, alte Mann

Dort sitzt er wieder, der alte Mann,
mit seinem Struwwelkopf.
Er bettelt die Passanten an,
und rasselt mit dem Topf.

So mancher Euro fällt hinein,
und bewahrt ihn vor der Not.
Kauft er dafür Schnaps und Wein,
oder Wurst und Brot?

Seine Turnschuhe sind abgewetzt,
die graue Jacke abgetragen.
Sein Alter habe ich schon oft geschätzt,
doch kann es schwerlich sagen.

Er scheut das grelle Tageslicht,
sitzt windgeschützt im Kalten.
Eine dunkle Kappe verdeckt sein Gesicht
und die tiefen Sorgenfalten.

Seine Gesichtszüge wirken eingefroren,
ob er auch lachen kann?
So traurig wird man doch nicht geboren,
- auch nicht als armer Mann.

Er bettelt an dieser Stelle schon seit Jahren,
sitzt hier tagein, tagaus.
Was für ein Schicksal ist ihm widerfahren,
hat er denn kein Zuhaus?

Ich fasse Mut, frage wo er wohnt,
mich nervt diese Wissenslücke.
Fragen ist er scheinbar nicht gewohnt.

Er zeigt stumm auf die schmale Brücke.

 

Du fehlst mir

Du fehlst mir so sehr,
ich spüre diesen stechenden Schmerz.
Es ist schon ein paar Jahre her,
doch es bricht mir noch immer das Herz.

Du warst meine Liebe, - mein Glück,
wir teilten stets Freude und Leid.
Denke ich an unsere Jahre zurück,
war es meine schönste Zeit.

Wir haben das Leben genossen,
sind durch viele Länder gezogen.
Haben unsere Erfolge begossen,
und uns oft vor Lachen gebogen.

Ich sehe uns noch in Venedig
auf der Rialtobrücke stehen.
Ein Moment, für immer und ewig.
Mit dir war es einmalig schön.

Wir saßen im hippsten Café,
aßen das beste Gelato der Stadt.
Auf dem Markusplatz, ganz in der Näh,
sahen wir uns an den Menschen satt.

Wo sind die Jahre geblieben?
Mir kommt es vor, als wenn `s gestern war.
Ich werde dich immer lieben,

du bist mir noch immer sehr nah.

 

Studenten-Alltag

Mein neues Zuhause, welch ein Jammer,
ist eine klitzekleine Kammer,
ganz oben, unterm Dachjuchhe,
von der ich Mond und Sterne seh´.

Hier sitze ich und sollte lernen,
doch schau´ ich lieber zu den Sternen.  
Gedanken gehen auf weite Reise,
und drehn sich immer fort im Kreise.

In den Straßen Lichterglanz,
aus den Diskos dröhnt Musik zum Tanz,
kühle Luft dringt in mein Zimmer,
zum Lernen komm´ ich heute nimmer.

Ich denke an die Fakultät.
Zum Essen ist es jetzt zu spät.
Die Bücher werden zugeschlagen,
ich gehe ins Bett, mit leerem Magen.

Einsam, in einer fremden Stadt,
nicht viel Geld und oft nicht satt,
stets müde, doch immer wissbegierig,
das macht den Alltag oftmals schwierig.

 

So ist Tennis

Es gibt immer einen Verlierer

Ein Tennisspiel ihr lieben Leut´,
endet nicht immer nur mit Freud´.
Ob Volley, Passierschlag oder Lob,
zur Weißglut bringt uns jeder Stopp.
Es wird gefeitet, geschimpft gerannt,
den Schläger locker in der Hand.
Der Gegner ist schon ganz von Sinnen,
möchte das Match für sich gewinnen,
versucht es mit List und allen Tricks
doch erreicht im Grunde nix.

Du gehst als Sieger stolz vom Feld,
dein Gegenüber schaut gequält.
„Der Schläger taugt nichts, das ist klar,
der Platz ist auch recht sonderbar."
"Ich bin nicht konzentriert, der Ball verspringt",
oh wie vertraut dies alles klingt.

„Das nächste Mal, du wirst schon sehen,
werde ich hier als Sieger stehen."
"Heute war es windig, mir ist nicht gut,
 Ich hab´ noch Restalkohol im Blut."
"Beim nächsten Mal werde ich dich packen,
heut´ hatte ich Blasen an den Hacken.“

So reden sie, die Kameraden,
massieren wichtig ihre Waden.
Obwohl er heut´, das ist ganz klar,
der deutlich Schlechtere doch war.
Er überschätzt sich, so wie die meisten,
kann sich Niederlagen scheinbar nicht leisten.
Wer nicht gewinnt, muss sich nicht grämen,
sollte lieber Trainerstunden nehmen.
Oder er spielt so gut erkann,

nach dem Motto: Just for fun.

 



Jedem eine Chance

Dunkle Augen, die mich ängstlich streifen,
Traurigkeit liegt im Gesicht.
Junge Mütter, die es nicht begreifen,
warum man nicht mit ihnen spricht.

Einsamkeit und bittere Armut,
der Aufenthalt ist unbestimmt.
Menschen, denen es jetzt gut tut,
wenn man sie in Obhut nimmt.

Die Heimat liegt fernab in Trümmern.
Angst und Hunger, - jeden Tag.
Freiwillige, die sich aufopfern und kümmern,
soweit die Kraft es noch vermag.

Junge Männer, die wieder hoffen,
möchten gern zur Arbeit gehen.
Beobachten jetzt ganz betroffen,
wie viele auf der Straße stehen.

Helft mit und gebt ihnen eine Zukunft,
habt etwas Mut, Verstand und Kraft.
Was man mit Nächstenliebe und Vernunft,
in dieser Welt doch alles schafft.

 

Die Tänzerin

Sie tanzt so anmutig und schön,
verzaubert mit ihrer Eleganz.
Leicht, als würde sie spazieren gehen,
zelebriert sie ihren Tanz.

Jede Drehung ist perfekt,
sie schwebt galant dahin.
Die Füße sind gut durchgesteckt,
erhaben streckt sie ihr Kinn.

Jahrelang hat sie trainiert,
Ballett liegt ihr im Blut.
Sie hat so viele inspiriert,
mit ihrem Fleiß und Mut.

Sie nimmt mich mit in ihre Welt,
holt mich aus meinem Alltag raus.
Immer wenn der Vorhang fällt,
genießt sie den Applaus.

 

Tanzschuhe

Manchmal hole ich sie aus dem Schrank,
nur, um sie noch einmal anzusehn.
Gut verpackt und blitzeblank,
werden sie dort noch lange stehn.

Erinnerungen werden wach.
Ich lag so gern in deinem Arm.
Denke ich heute darüber nach,
wird mein Herz vor Wehmut warm.

Die roten Schuhe mit den Spangen,
erinnern mich an eine schöne Zeit mit dir.
Viel zu früh bis du gegangen,
nur die Erinnerungen bleiben mir.

Du hattest ein Gefühl für Rhythmus,
wir tanzten gern bis in die Nacht.
Oft hat mich nur ein einziger Kuss,
von dir - um den Verstand gebracht.

Ich ziehe die roten Schuhe an,
laufe im Zimmer auf und ab.
Schau mir dabei dein Foto an,
und weiß, was ich verloren hab´.

 




Eingesperrt im Hühnerhaus

Bauer Heinrich tut mir leid.
Gerade jetzt zur Winterszeit,
steht seine Existenz stark auf der Kippe.
Man spricht sogar von Vogelgrippe.
Im Stall hockt jetzt das Federvieh,
in der Legebatterie.
Vorbei die Zeit im Freigehege,
der stolze Hahn wirkt faul und träge,
kann seine Hennen nicht beglücken,
hier muss man dicht zusamm
enrücken.
Die armen Tiere sind gefangen
und sitzen traurig auf den Stangen.
Glückliche Hühner sehen anders aus,
kein Huhn lebt gern im Hühnerhaus.
In diesem alten Stallgehäuse
leben Parasiten und auch Läuse.
Der Kehllappen und der rote Kamm,
standen im Freigehege stramm.
Draußen war das Klima ideal,
- viel besser als im Hühnerstall.
Selbst bei Schnee oder bei Regen,
wollten sie sich gern bewegen.
Das Federkleid war dick und weiß,
und wenn der Hahn kam, dann wurd `s heiß.
Er war ein richtiges Prachtexemplar
und liebte seine Hühnerschar.
Jeden Morgen, in der Früh,
erklang sein Weckruf, „Kikeriki“.
Jetzt schaut der Gockel farblos aus,
lebt eingesperrt im Hühnerhaus.
Der Glanz in seiner Farbenpracht,
ist gewichen über Nacht
Auch seine hübschen Legehennen,
sind nicht wieder zu erkennen.






Nicht immer haben Engel Flügel

Mein Engel erhört mich auch im Alltag,
öffnet mir des Herzens Tor.
Er möchte immer für mich da sein,
und leiht mir willig stets sein Ohr.
Mein Engel hat Geduld und liebt mich.
Er sagt nie: „Hab´ keine Zeit.“
Er ist, wann immer ich ihn brauche,
einfühlsam und hilfsbereit.

 




Sal Cabo Verde

Ab in die Wärme, nicht lange überlegen,
einfach mal der Sonne entgegen.
Die Kapverden locken, - die Äquatorsonne,
das ist im Winter schon eine Wonne.

Der laue Passatwind streichelt die Haut.
Die Menschen sind uns so vertraut.
Live-Musik klingt durch die dunkle Nacht,
was sie zu etwas Besonderem macht.

Santa Maria erwacht nachts zum Leben.
Junge Mädels, die wiegend die Hüften bewegen.
Bars und Discos funkeln in den Lichtern der Nacht,
hier wird die Nacht zum Tag gemacht.

Auf dem Dorfplatz treffen sich abends die Menschen, - klein und groß.
Einheimische mit einem Lapp-Top auf dem Schoss.
Sie scheinen jetzt ihr Glück gefunden,
sind mit der ganzen Welt verbunden.

Die Surfer und Kiter tummeln sich auf Sal,
genießen hier jeden Sonnenstrahl.
Der warme Passatwind und das herrliche Wetter,
lockt sie alle auf die Bretter.

Ab in den Flieger, in diese andere Welt.
die uns nach Jahren noch immer gefällt.
Überall nette Menschen, mit Rhythmus im Blut,
so ein Urlaub, im Winter, tut der Seele so gut.

 




Freundlichkeit erobert Herzen.

Ein Lächeln wiegt mehr als Gold und Geld.
Mit deinem Funkeln in den Augen,
verzauberst du die ganze Welt.
Ein nettes Wort zeigt rasche Wirkung
und verschönert mir den Tag.
Ehrlichkeit und Herzenswärme,
sind Dinge, die ich an dir mag.
Ein kleiner Scherz im tristen Alltag,
kann manchmal sehr erheiternd sein.
Du überraschst mich immer wieder,
bringst in mein Leben Sonnenschein.

 


Das Hausfrauen-Dasein ist nicht leicht.

Du musst täglich funktionieren,
Mann und Kinder herum chauffieren.
Kochen, bügeln, die Wohnung putzen
und die kleinen Pausen nutzen
um den Garten zu gestalten.

Keine Zeit um abzuschalten.

Kommst du am Abend dann zur Ruh,
fallen dir die Augen zu.
Der Ehemann schaut skeptisch drein.
Das kann`s doch nicht gewes
en sein.
Er möchte am Abend noch einmal raus,
und lockt mit einem Gaumenschmaus.

Mühsam zwingst du dich zum Lachen
und hüpfst in deine schicken Sachen.
Ruckzuck noch die Haare föhnen
und die blassen Wangen tönen.
Erschöpft steigst du in seinen Wagen,
ohne zu zetern und zu klagen.

Früh musst du dich aus den Federn schwingen,
die Kinder rasch zur Schule bringen
und beim nahen Supermarkt
wird noch ruckzuck eingeparkt.
Du hast deinen Kindern ja versprochen,
etwas Leckeres zu kochen.

Der Rhythmus ist seit Jahren gleich,
du bist der Chef in deinem Reich,
die Putzfrau und die Lehrerin,
der Koch und Kindergärtnerin.
Krankenschwester, Kummertante,
Ehefrau und Gouvernante.


Die Nadel im Heuhaufen

Single-Treff im Nachbarort.
Dort gehen wir heut´ hin.
Nur selten gehe ich noch fort,
doch dieser Treff macht Sinn.
Ich schaue mich rasch um im Saal,
ein abschätzender Blick.
In den Gesichtern, Pein und Qual,
die Suche nach dem Glück!
Ach, wäre ich nur daheim geblieben,
hätte ich doch „nein“ gesagt.
Könnte ich einen dieser Herren lieben?
Hab ich mich gefragt.

Die Tür geht auf, ER kommt herein.
Selbstbewusst und gut gelaunt.
So ein Prachtkerl - und allein?!
Ich hab´ nicht schlecht gestaunt.
Seine Nähe zieht mich magisch an.
Wer hätte das gedacht.
Mein Blick klebt nur an diesem Mann.
Ob er mich glücklich macht?

Jetzt lächelt er und schaut zu mir.
Mein Herz macht einen Satz.
Er lehnt so lässig an der Tür,
- bei mir ist sooo viel Platz.
Beim nächsten Foxtrott fragt er mich:
„Darf ich zum Tanze bitten?“
Ich jubiliere innerlich,
bin hinterher geschritten.
Oft denke ich nur: Welch ein Glück!
Blicke zurück auf viele schöne Stunden.
Denke ich an diesen Tag zurück,
habe ich die „Nadel im Heuha
ufen“ gefunden.

 


Des Surfers kleines Nachtgebet


Lieber Gott, beschere uns Wind,
damit wir Surfer glücklich sind.
Gib uns Kraft und Energie.
Wie du weißt, wir brauchen sie.
Gib unseren Frauen Verständnis und Geduld,
dass sie nicht Surfen ist nicht unsere Schuld.
Schütze uns vor Sonnenbrand
und segne unser Urlaubsland.

Amen

 


Ich wünsche mir die 80-er Jahre zurück

Wo muss ich drücken? Wo muss ich schalten?
Ich kann es mir einfach nicht behalten.
Die neue Fernbedienung „multifunktional“,
ist für mich die reinste Qual.
Nichts ist mehr easy, alles hochkompliziert,
"Gott sei Dank" hat mein Schatz Informatik studiert.
Jeden Tag denke ich aufs Neue,
wie ich doch den technischen Fortschritt bereue.
Fernsehen schauen heute, ich möchte nicht lügen,
ist für mich Stress und kein Abendvergnügen.
Ständig passiert etwas und ich weiß nicht warum.
Bin ich denn plötzlich zum Fernsehen zu dumm?
Auf dem Bildschirm im TV erscheint eine Uhr,
ich habe dreißig Sekunden nur
um die Taste OK zu drücken.
Ansonsten würde ich ins Leere blicken.
Ich drücke OK und das nicht zu knapp,
da schaltet sich der Fernseher trotzdem ab.
Mein Technikfreak meint, das kann schon mal sein,
da schaltet sich die „eigene Intelligenz“ jetzt ein.
Er versucht mir zu erklären, was das Gerät alles kann,
ich schaue ihn verzweifelt und hilflos an.
Der Vortag ist sicher sehr informativ und schön,
doch ich möchte endlich meinen Film zu Ende sehn.
Nun stehen zwei Fernseher mit der neusten Technik bereit
und ich habe an keinem der Geräte mehr Freud´.
Ständig diese Belehrungen und Diskussionen,
da schalte ich gar nicht erst ein, um die Nerven schonen.
Lieber suche ich mir ein Plätzchen, genieße die Stille,
greife zum Buch und der Lesebrille.


Ich wünsch mir die 80-er Jahre zurück, liebe Leute.
Da war Fernsehen noch einfach, nicht so problematisch wie heute.





Flugangst

Ob Groß, ob Klein, ob siebzig oder sieben,
fast jeder Mensch hat Angst vorm Fliegen.
Erst sieht man es locker und ist ganz munter.
Dann fragt man sich: „ Komm ich gut runter?“
Als geht es hier um Kopf und Kragen,
wird mir stets ganz flau im Magen.
Ich brauche meinen ganzen Mut
und hoffe, es geht wieder gut.
Die Flugbegleiterin schaut fröhlich drein,
dann kann es nicht gefährlich sein.
Mit wachem Blick und der nötigen Strenge,
verweist sie auf die Notausgänge.
Beim Erwähnen der Schwimmwesten unter den Sitzen,
 gerate ich jedoch ins Schwitzen.
Doch Freunde, es kommt noch viel krasser.
Es gibt einen Rettungsplan für eine Landung im Wasser.
Der Plan in der Tasche am Vordersitz,
 ist doch wohl ein schlechter Witz.
So etwas kann doch nicht beruhigend sein.
Im Notfall ist die Rettungsinsel viel zu klein!
Sauerstoffmasken für den Druckausgleich!
Jetzt werden mir die Knie ganz weich.
Worauf habe ich mich nur eingelassen?
Das ist doch wirklich nicht zu fassen.
Meinen Sitz-Nachbarn scheint dies nicht zu stören.
Er scheint nicht einmal zuzuhören.
Er liest ganz interessiert „Die Welt“,
während meine gerad´ zusammenfällt.



Rhodos

Blütenduft und Sonnenschein,
frischer Wind, geharzter Wein,
auf den Liegestühlen und Badematten,
Sonnenanbeter und Leseratten.
Wir haben über 30 Grad
und freuen uns auf ein kühles Bad.
Jung und Alt haben ihren Spaß
und tummeln sich im kühlen Nass.

An der Surfstation wehen die Fahnen.
Surfer ziehen ihre Bahnen.
Menschen die uns so vertraut,
um uns herum, - wohin man schaut.
Jeder sehnt sich nach etwas Ruh,
und schaut dabei den Surfern zu.
Von der Poolbar klingt ganz leise,
eine alte, griechische Weise.

Abends bummeln wir durch Yallissos,
ein kleiner Ort, in dem viel los.
Tavernen, in denen man gut essen kann,
ziehen uns jeden Abend an.
Gern schlendern wir den Strand entlang,
schauen in den Sonnenuntergang.
Träumen ein wenig von unseren Lieben,
die in der Heimat sind geblieben.


...unser Geheim-Tipp im Winter!

Ab in die Wärme, nicht lange überlen,

einfach mal der Sonne entgegen.






Santa Maria - auf Sal


Der Wind säuselt leise und streichelt die Haut

auf eine Weise, die mir so vertaut.

Ich genieße die Zeit.

Die Brandung zischt und entlädt sich mit Wucht,

drückt ihre Wellen in die goldgelbe Bucht.

Die Gischt fliegt weit, - so weit.

Stimmen in allen Sprachen haben viel zu erzählen.

Am Horizont Schirme und Segel, die im Passatwind sich quälen,

der Wind trägt sie weit übers Meer.

Kinder spielen am Strand in der gleißenden Sonne,

bauen Burgen aus Sand, schöpfen Wasser mit Wonne,

laufen flink hin und her.

Surfer-Boys und wilde Kiter sind ihren Träumen so nah.

Mutige Wellenreiter tummeln sich auf Sal - Jahr für Jahr,

den Wind im Visier.

Heiße Rhythmen aus der Ferne dringen durch die lauwarme Nacht.

Am dunklen Himmel funkeln Sterne, nur der Mond hält noch Wacht.

Solche Nächte wünsche ich mir.




Über einen Eintrag ins Gästebuch

würde ich mich sehr freuen.

 

Schau mal wieder rein!

Gudrun Nagel-Wiemer


Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.

Ich habe genug davon.


  Wenn Sie noch mehr von meinen Gedichten über andere Themen lesen möchten,

        Über 365 Gedichte von mir unter:

Gedichtesammlung.net /Autoren/ Gudrun Nagel-Wiemer.












































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 
















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 



























































































































































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