Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer

 

Noch kein Schnee

Raureif hängt an allen Bäumen,
der Frost beherrscht jetzt die Natur.
Kinder, die vom Schneemann träumen,
doch vom Schnee noch keine Spur.
Die Sonne wärmt die Schneekristalle,
es funkelt wie beim Juwelier.
Doch heimlich wünschen wir uns alle,
eine Schneepracht vor der Tür.
Der Schnee bringt saubere, klare Luft,
und schluckt sogar den kleinsten Laut.
Ich liebe diesen frischen Duft
und dieses Prickeln auf der Haut.
Rote Wangen, kalte Ohren,
- Omas Socken sind gefragt.
Die Teiche sind schon zugefroren,
doch Schnee ist noch nicht angesagt.

Die kleine Weihnachtsmaus

Am Abend kommt sie aus dem Keller,
die kleine graue Maus.
Sie sucht schon nach dem Weihnachtsteller
und läuft geschwind durch´ s Haus.
Kekse hat sie heut gerochen,
noch kann sie keine sehn.
Sie ist am Tischbein hoch gekrochen-
bleibt vor dem Teller stehn.
„Ein Festmahl“, denkt die kleine Maus;
„ Lebkuchen, Spekulatius.
Da suche ich mir gleich was aus,
etwas mit Zuckerguss!“
Es muss nicht immer Käse sein,
Abwechslung kommt sehr gelegen.
Sie schläft vor dem großen Teller ein
und mag sich nicht mehr regen.
Plötzlich dringt Mutters Schrei durchs Haus,
er geht durch Mark und Bein.
„Hier lag soeben eine Maus,
wo kann sie denn nur sein?“
Friedlich schlummert sie im Keller
in ihrem Mauseloch.
Träumt vom vollen Weihnachtsteller
der frisch und würzig roch.

Wenn sich zum Fest das Kerzenlicht,
 in den Weihnachtskugeln bricht,
der Plätzchenduft ins Zimmer dringt,
Helene Weihnachtslieder singt,
die Weihnachtsgans im Ofen gart,
die Kerzen flackern, sacht und zart,
dann poltert, wie kann es anders sein,
der Weihnachtsmann zur Stube rein.
Der arme Mann wirkt oft bedrückt.
Die Lage ist auch sehr verzwickt.
Er wirkt gebrechlich in diesem Jahr,
braucht dringend Hilfe, das ist doch klar.
Der Rucksack ist so vollgepackt,
dass es schon in der Schulter knackt.
Die Lederstiefel sind arg schwer,
er schlurft und stolpert immer mehr.
Die Erfahrung wird ihm wenig nützen,
man muss ihn einfach unterstützen.
Der Alte ist schon sehr betagt.
Junge Leute sind gefragt.
Im Robinson-Club habe ich sie gesehen.
Gertenschlank und wunderschön.
Ein Body mit `’nem Waschbrettbauch
und freundlich waren die Burschen auch.
Wenn sie fromm sind und auch beten,
könnten sie in seine Dienste treten.

 

 

Der Weihnachtskalender

Ein prall gefüllter Pappkarton, in Größe Din A 4,
mit vielen Weihnachtsengeln drauf, hängt neben meiner Tür.
Jeden Morgen, wenn der Wecker klingelt, es ist mir so vertraut,
hab ich ein Türchen aufgemacht und dort hineingeschaut.
Schokolade - vor dem Frühstück - gibt’s nur zur Weihnachtszeit!
Wie dieses kleine Stückchen doch noch mein Herz erfreut.
Die Qualität ist dürftig, sie könnte besser sein,
doch die Überraschung zählt, ist sie auch noch so klein.
Jetzt bin ich über dreißig und freue mich wie ein Kind,
wenn ich hinter dem kleinen Türchen, die Schokolade find.
Das Weihnachtsfest rückt näher, das kann man deutlich sehen,
es sind sehr viele Türen, die schon weit offen stehen.
Wie liebe ich diese Kalender seit vielen Jahren schon
und halte gern noch fest, an dieser alten Tradition.

 

 

Das Pfefferkuchen-Haus

Hast du schon mal ein Haus gebaut,

das gut riecht und hübsch ausschaut?

Ein Haus, an dem der Architekt,

liebend gern mal selbst dran schleckt?

Dann solltest du es mal versuchen.

Statt Steine nimmst du Pfefferkuchen,

statt Mörtel weißen Zuckerguss,

dann wird dein Häuschen ein Genuss.

Der Pfefferkuchenmann

Ihr denkt er kommt aus Afrika,
weil er herrlich braun gebrannt?
Wo man ihn findet, wisst ihr ja.
Im Pfefferkuchenland!

Er hat Augen von Korinthen
und Mandeln auf dem Bauch.
Wie süß ihn alle finden,
- recht knusprig ist er auch.

Ich möchte gern an ihm schlecken,
hm, süßer Zuckerguss.
Wie gut Korinthen schmecken,
- der Mann ist ein Genuss!

Jetzt kann er nicht mehr sehen,
das tut mir furchtbar leid.
Ich konnte nicht widerstehen,
es ist doch Weihnachtszeit.

 

Santa kommt nicht mehr


Santa Claus steht vor dem Kamin:
Wo soll ich mit all den Paketen hin?
Am besten ich klingele an der Tür
und mache es wie jeder Bote hier.
Mäxchen ist noch immer wach
und hört es poltern auf dem Dach.
Er lauscht gespannt, was sich wohl tut,
und zeigt am Weihnachtsabend Mut.
Das kann doch heut´ nur Santa sein,
den lasse ich mal ganz schnell rein.
Nicht, dass er mich jetzt noch vergisst,
und ruckzuck bei den Nachbarn ist.
Mäxchen läuft zur Tür hinaus
und trifft auch schon auf Santa Claus.
„Von drauß' vom Walde komme ich
und habe ein Paket für dich.
Max nimmt den Alten mit ins Zimmer,
er hat noch keinen blassen Schimmer.
Spielzeug, Unterwäsche und ein Buch,
davon hat er mehr als genug.
Das Angebot ist wirklich schlecht.
Dem Kleinen ist das gar nicht recht.
„All das brauche ich doch nicht.
Gibt's kein Computerspiel für mich?“
Santa schreibt in seinen Blog:
Auf sowas hab´ ich keinen Bock!
Kein Kind wünscht sich mehr einen Teddybär.
Smartphones und Laptops müssen her.
Dann wollen sie auch noch Garantie,
die kriegen sie doch bei mir nie.
Ich steige aus, das ist ganz klar.
schickt euren Wunschzettel mal zu "Media".
Im nächsten Jahr bleibe ich zu Haus,
dann fällt die Bescherung aus.

 

 

Bratäpfel aus Großmutters Kachelofen

Es knistert im Ofen, die Kohlen glühen,
die gefüllten Äpfel, einst saftig und grün,
werden zu einem Gaumenschmaus.
Ein feiner Duft zieht durch das Haus.
Großmutter erhebt sich ganz gemach

und schüttet ein paar Kohlen nach.
„Schaut nur, wie die Funken sprühen
und die Eierkohlen glühen!“
In der Röhre brutzelt es leise,
auf ganz wundersame Weise.
„Hört nur, wie es zischt und pufft.“
Jeder schnuppert - welch ein Duft.
„Kinder, holt die Teller raus“,
schallt es fröhlich durch das Haus.
Großmutter holt zwei kleine Lappen
und öffnet die heißen Ofenklappen.
Mit einem Lächeln im Gesicht,
stellt sie die Äpfel auf den Tisch.
„Greift zu, ihr müsst euch nicht genieren.
Jetzt wollen wir die Bratäpfel probieren!“
Welch eine Ruhe, welch eine Stille.
Es riecht nach Rum und nach Vanille.
Ein wenig auch nach Marzipan,
dem niemand widerstehen kann.
Im Ofen noch ein leises Knacken -
er hat die Äpfel uns gebacken.

Sternenstaub in der Fensterbank?
Hier ging der Weihnachtsmann entlang!
Ich habe nichts von ihm gehört.
Ganz heimlich hat er uns beschert.
Ich hab mich bemüht und ein Gedicht gelernt,
warum hat er sich so schnell entfernt?
Plätzchen habe ich heute gebacken,
ich wollte sie ihm in den Rucksack packen.
Bis spät in die Nacht verteilt er Gaben,
da wird er sicher Hunger haben.

Oh, du lieber Weihnachtsmann,
warum knipst du auch das Licht nicht an?
Ich hatte doch sooo viele Fragen,
die mir schon lang am Herzen lagen.
Hat dich mein Wunschzettel erreicht?
Die Geschenke waren gewiss nicht leicht.
Allein der riesige PC!
Blieb er verschont von Eis und Schnee?
Das helle Mousepad und das Computerspiel,
hast du alles gefunden im Weihnachtsgewühl?
Oder hast du mir heute, zur Heiligen Nacht,
gar etwas anderes gebracht?

Ich bin schon vier, - es wird höchste Zeit.
Meine Freunde sind schon längst so weit.
Niemand baut mehr einen Schneemann im Freien,
wir lassen es auf dem Bildschirm schneien.
Opa richtet mir einen Benutzer ein,
das bisschen „mäuseln“ kann ich allein.
Im Internet surfen macht riesig Spaß,
und auch die Spiele sind wirklich krass.

Neulich durfte ich im Kindergarten,
den Rechner im Büro mal starten.
Und stell dir das mal bildlich vor,
alle starten auf den Monitor.
Die netten Tanten haben geschmunzelt
und einige mit der Stirn gerunzelt.
Sie konnten es erst gar nicht fassen,
ich habe es für sie schneien lassen.

Du kannst dir ruhig die Haare raufen,
kein Mädchen geht mehr Gleitschuh laufen.
Auch Schlittschuhstiefel sind passee.
Heut fährt man Schlitten am PC.
Und brauchst du mal einen Schlitten mit Glocken oder Schellen?,
man kann alles im Internet bestellen!  

Die kleine Tanne    
         
Die kleine Tanne im Fichtenwald
 träumt schon vom Weihnachtsfest.
 Ob man sie wohl holt schon bald -
 oder noch stehen lässt?

 Ein Christbaum wäre sie so gern
 mit Lichtern, hell und klar.
 Möcht leuchten wie ein Weihnachtsstern,
 ein einziges Mal im Jahr.

 Im Mittelpunkt möchte sie stehen,
 uns ihre Pracht stolz zeigen.
 Gewachsen ist sie wirklich schön
 mit ihren grünen Zweigen.

 Wenn man mich holt, so denkt sie sich,
 wird man mich prachtvoll schmücken-
 mit Kugeln und auch Kerzenlicht
 zum Weihnachtsfest bestücken.

 Noch wiegt sie sich im Winterwetter,
 über die Nadeln streift der Wind.
 Ohne Kerzen und Lametta
 und hofft, dass man sie find.

 

Weihnachten, das Fest der Feste,
 das Fest der Liebe, das Fest der Gäste.
 Das schönste Fest im ganzen Jahr,
 da sind wir Menschen uns so nah.

 Wenn es sich um Weihnacht handelt,
 sind wir doch wie umgewandelt.
 Großherzig, gutmütig und besonnen -
 wir haben an Ausstrahlung gewonnen.

 Die Atmosphäre geht ans Herz,
 wir spüren Freude, Sehnsucht, Schmerz.
 Fühlen uns mit der Familie eng verbunden
 und freuen uns auf die schönen Stunden.

 Die Medien berichten über die dritte Welt,
 von Kriegen und Armut wird täglich erzählt.
 Sie werden nicht müde darüber zu senden,
 damit wir ein paar Euro spenden.

 Überall auf dieser Welt
 fehlt es an Nahrung, Kleidung, Geld.
 An Liebe und Zufriedenheit -
 und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

 Man reicht uns zum Fest an jeder Ecke
 die Spendendose für gute Zwecke.
 In den Städten stehen sie täglich,
 man gibt ja gern - soweit es möglich.

 Wer Arbeit hat, der ist gut dran,
 
zu dem kommt auch der Weihnachtsmann.
 Doch wie viele Menschen aus unserer Region,
 leben an der Armutsgrenze und hungern schon.

 Die Kranken können sich keinen Arzt mehr leisten,
 so geht es heute schon den meisten.

 Da spenden wir nach Afrika?
 Das Elend ist zum Greifen nah.

 

 

Studenten-Alltag

Mein neues Zuhause, welch ein Jammer,
ist eine klitzekleine Kammer,
ganz oben, unterm Dachjuchhe,
von der ich Mond und Sterne seh´.

Hier sitze ich und sollte lernen,
doch schau´ ich lieber zu den Sternen.  
Gedanken gehen auf weite Reise,
und drehn sich immer fort im Kreise.

In den Straßen Lichterglanz,
aus den Diskos dröhnt Musik zum Tanz,
kühle Luft dringt in mein Zimmer,
zum Lernen komm´ ich heute nimmer.

Ich denke an die Fakultät.
Zum Essen ist es jetzt zu spät.
Die Bücher werden zugeschlagen,
ich gehe ins Bett, mit leerem Magen.

Einsam, in einer fremden Stadt,
nicht viel Geld und oft nicht satt,
stets müde, doch immer wissbegierig,
das macht den Alltag oftmals schwierig.

 

 

So ist Tennis

Es gibt immer einen Verlierer

Ein Tennisspiel ihr lieben Leut´,
endet nicht immer nur mit Freud´.
Ob Volley, Passierschlag oder Lob,
zur Weißglut bringt uns jeder Stopp.
Es wird gefeitet, geschimpft gerannt,
den Schläger locker in der Hand.
Der Gegner ist schon ganz von Sinnen,
möchte das Match für sich gewinnen,
versucht es mit List und allen Tricks
doch erreicht im Grunde nix.

Du gehst als Sieger stolz vom Feld,
dein Gegenüber schaut gequält.
„Der Schläger taugt nichts, das ist klar,
der Platz ist auch recht sonderbar."
"Ich bin nicht konzentriert, der Ball verspringt",
oh wie vertraut dies alles klingt.

„Das nächste Mal, du wirst schon sehen,
werde ich hier als Sieger stehen."
"Heute war es windig, mir ist nicht gut,
 Ich hab´ noch Restalkohol im Blut."
"Beim nächsten Mal werde ich dich packen,
heut´ hatte ich Blasen an den Hacken.“

So reden sie, die Kameraden,
massieren wichtig ihre Waden.
Obwohl er heut´, das ist ganz klar,
der deutlich Schlechtere doch war.
Er überschätzt sich, so wie die meisten,
kann sich Niederlagen scheinbar nicht leisten.
Wer nicht gewinnt, muss sich nicht grämen,
sollte lieber Trainerstunden nehmen.
Oder er spielt so gut erkann,

nach dem Motto: Just for fun.

 

 




Jedem eine Chance

Dunkle Augen, die mich ängstlich streifen,
Traurigkeit liegt im Gesicht.
Junge Mütter, die es nicht begreifen,
warum man nicht mit ihnen spricht.

Einsamkeit und bittere Armut,
der Aufenthalt ist unbestimmt.
Menschen, denen es jetzt gut tut,
wenn man sie in Obhut nimmt.

Die Heimat liegt fernab in Trümmern.
Angst und Hunger, - jeden Tag.
Freiwillige, die sich aufopfern und kümmern,
soweit die Kraft es noch vermag.

Junge Männer, die wieder hoffen,
möchten gern zur Arbeit gehen.
Beobachten jetzt ganz betroffen,
wie viele auf der Straße stehen.

Helft mit und gebt ihnen eine Zukunft,
habt etwas Mut, Verstand und Kraft.
Was man mit Nächstenliebe und Vernunft,
in dieser Welt doch alles schafft.

 

 

Ein Freund

Du bist ein guter Freund von mir,
dem man vertrauen kann.
Wie oft sitze ich bei dir
und du hörst mich nur an.
Du schweigst und gibst mir einen Rat,
sehr weise und sehr klug.
Manchmal schreitest du auch zur Tat,
entschlossen und mit Mut.
Brauche ich Hilfe, bist du da,
bei Tag und auch bei Nacht.
Ich fühle mich dir oft so nah,
dass mir das Sorgen macht.
Geht es mir schlecht, leidest du mit,
für einen Augenblick.
Führst mich sachte, Schritt für Schritt
ins Leben dann zurück.
Du bist ein guter Kamerad,
zum Anlehnen und zum Schwätzen.
Wohl dem, der solche Freunde hat,
ich weiß das wohl zu schätzen.





Eingesperrt im Hühnerhaus

Bauer Heinrich tut mir leid.
Gerade jetzt zur Winterszeit,
steht seine Existenz stark auf der Kippe.
Man spricht sogar von Vogelgrippe.
Im Stall hockt jetzt das Federvieh,
in der Legebatterie.
Vorbei die Zeit im Freigehege,
der stolze Hahn wirkt faul und träge,
kann seine Hennen nicht beglücken,
hier muss man dicht zusamm
enrücken.
Die armen Tiere sind gefangen
und sitzen traurig auf den Stangen.
Glückliche Hühner sehen anders aus,
kein Huhn lebt gern im Hühnerhaus.
In diesem alten Stallgehäuse
leben Parasiten und auch Läuse.
Der Kehllappen und der rote Kamm,
standen im Freigehege stramm.
Draußen war das Klima ideal,
- viel besser als im Hühnerstall.
Selbst bei Schnee oder bei Regen,
wollten sie sich gern bewegen.
Das Federkleid war dick und weiß,
und wenn der Hahn kam, dann wurd `s heiß.
Er war ein richtiges Prachtexemplar
und liebte seine Hühnerschar.
Jeden Morgen, in der Früh,
erklang sein Weckruf, „Kikeriki“.
Jetzt schaut der Gockel farblos aus,
lebt eingesperrt im Hühnerhaus.
Der Glanz in seiner Farbenpracht,
ist gewichen über Nacht
Auch seine hübschen Legehennen,
sind nicht wieder zu erkennen.






Nicht immer haben Engel Flügel

Mein Engel erhört mich auch im Alltag,
öffnet mir des Herzens Tor.
Er möchte immer für mich da sein,
und leiht mir willig stets sein Ohr.
Mein Engel hat Geduld und liebt mich.
Er sagt nie: „Hab´ keine Zeit.“
Er ist, wann immer ich ihn brauche,
einfühlsam und hilfsbereit.

 




Sal Cabo Verde

Ab in die Wärme, nicht lange überlegen,
einfach mal der Sonne entgegen.
Die Kapverden locken, - die Äquatorsonne,
das ist im Winter schon eine Wonne.

Der laue Passatwind streichelt die Haut.
Die Menschen sind uns so vertraut.
Live-Musik klingt durch die dunkle Nacht,
was sie zu etwas Besonderem macht.

Santa Maria erwacht nachts zum Leben.
Junge Mädels, die wiegend die Hüften bewegen.
Bars und Discos funkeln in den Lichtern der Nacht,
hier wird die Nacht zum Tag gemacht.

Auf dem Dorfplatz treffen sich abends die Menschen, - klein und groß.
Einheimische mit einem Lapp-Top auf dem Schoss.
Sie scheinen jetzt ihr Glück gefunden,
sind mit der ganzen Welt verbunden.

Die Surfer und Kiter tummeln sich auf Sal,
genießen hier jeden Sonnenstrahl.
Der warme Passatwind und das herrliche Wetter,
lockt sie alle auf die Bretter.

Ab in den Flieger, in diese andere Welt.
die uns nach Jahren noch immer gefällt.
Nette Menschen mit Rhythmus im Blut.
So ein Urlaub, im Winter, tut der Seele so gut.





Kinderlachen dringt durch Haus,
erfrischt mein Seniorenherz.
Die Mädels sehen bezaubernd aus,
vergessen ist all mein Schmerz.
Ein kleiner Windfang, springt herum,
schüttelt seine blonde Pracht.
Ich schaue zu und nicke stumm,
weil mir das Freude macht.
Zahnlücken erinnern mich an Zeiten,
die ich längst vergessen hab.
Welch ein Spaß sie mir bereiten,
die Kinder halten mich auf Trab.
Ein Mädchen ruhig, das andere lebhaft,
den Kopf voller Ideen.
Klein und zart, - doch voller Kraft,
ganz niedlich an zu sehn.
Anschmiegsam und sehr zerbrechlich,
mal Clown, mal Lilli Fee.
Alles wird so nebensächlich,
wenn ich die Kinder seh´.





Freundlichkeit erobert Herzen.

Ein Lächeln wiegt mehr als Gold und Geld.
Mit deinem Funkeln in den Augen,
verzauberst du die ganze Welt.
Ein nettes Wort zeigt rasche Wirkung
und verschönert mir den Tag.
Ehrlichkeit und Herzenswärme,
sind Dinge, die ich an dir mag.
Ein kleiner Scherz im tristen Alltag,
kann manchmal sehr ermunternd sein.
Du überraschst mich immer wieder,
bringst in mein Leben Sonnenschein.

 


Das Hausfrauen - Dasein ist nicht leicht.

Du musst täglich funktionieren,
Mann und Kinder herum chauffieren.
Kochen, bügeln, die Wohnung putzen
und die kleinen Pausen nutzen
um den Garten zu gestalten.

Keine Zeit um abzuschalten.

Kommst du am Abend dann zur Ruh,
fallen dir die Augen zu.
Der Ehemann schaut skeptisch drein.
Das kann`s doch nicht gewes
en sein.
Er möchte am Abend noch einmal raus,
und lockt mit einem Gaumenschmaus.

Mühsam zwingst du dich zum Lachen
und hüpfst in deine schicken Sachen.
Ruckzuck noch die Haare föhnen
und die blassen Wangen tönen.
Erschöpft steigst du in seinen Wagen,
ohne zu zetern und zu klagen.

Früh musst du dich aus den Federn schwingen,
die Kinder rasch zur Schule bringen
und beim nahen Supermarkt
wird noch ruckzuck eingeparkt.
Du hast deinen Kindern ja versprochen,
etwas Leckeres zu kochen.

Der Rhythmus ist seit Jahren gleich,
du bist der Chef in deinem Reich,
die Putzfrau und die Lehrerin,
der Koch und Kindergärtnerin.
Krankenschwester, Kummertante,
Ehefrau und Gouvernante.






Was möchtest du morgen essen?

Oh, Schatz, fast hätte ich es vergessen.

Was möchtest du denn morgen essen?

Mir gehen langsam die Ideen aus.

Essen wir morgen mal außer Haus?

Gemüse mit Fleisch oder mit Fisch,

kommt bei uns häufig auf den Tisch.

Auch Nudeln mit Soße und Garnelen,

dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen.

Maultaschen geschmort - mit Feldsalat,

Fischfilet in Salzkruste gegart,

Rinderlende mit Pfifferlingen,

sind nur drei von vielen Dingen.

Ganz ehrlich, ich hätte mal Lust auf Suppe.

Ob du sie magst, ist mir echt schnuppe.

Die reicht dann sicher für drei Tage

und ich erspar mir das Gefrage.

Mit der Hochzeitssuppe aus klarer Brühe,

gebe ich mir sehr viel Mühe.

Spargelstückchen, Fleisch-Klöße, Eierstich,

Suppengemüse, Petersilie, - alles frisch.

Buchstaben-Nudeln und Gewürze,

abgeschmeckt, - und ab die Schürze.

Liebevoll habe ich den Tisch gedeckt.

Was soll ich sagen, - sie war perfekt!





Die Nadel im Heuhaufen

Single-Treff im Nachbarort.
Dort gehen wir heut´ hin.
Nur selten gehe ich noch fort,
doch dieser Treff macht Sinn.
Ich schaue mich rasch um im Saal,
ein abschätzender Blick.
In den Gesichtern, Pein und Qual,
die Suche nach dem Glück!
Ach, wäre ich nur daheim geblieben,
hätte ich doch „nein“ gesagt.
Könnte ich einen dieser Herren lieben?
Hab ich mich gefragt.

Die Tür geht auf, ER kommt herein.
Selbstbewusst und gut gelaunt.
So ein Prachtkerl - und allein?!
Ich hab´ nicht schlecht gestaunt.
Seine Nähe zieht mich magisch an.
Wer hätte das gedacht.
Mein Blick klebt nur an diesem Mann.
Ob er mich glücklich macht?

Jetzt lächelt er und schaut zu mir.
Mein Herz macht einen Satz.
Er lehnt so lässig an der Tür,
- bei mir ist sooo viel Platz.
Beim nächsten Foxtrott fragt er mich:
„Darf ich zum Tanze bitten?“
Ich jubiliere innerlich,
bin hinterher geschritten.
Oft denke ich nur: Welch ein Glück!
Blicke zurück auf viele schöne Stunden.
Denke ich an diesen Tag zurück,
habe ich die „Nadel im Heuha
ufen“ gefunden.



Des Surfers kleines Nachtgebet


Lieber Gott, beschere uns Wind,
damit wir Surfer glücklich sind.
Gib uns Kraft und Energie.
Wie du weißt, wir brauchen sie.
Gib unseren Frauen Verständnis und Geduld,
dass sie nicht Surfen ist nicht unsere Schuld.
Schütze uns vor Sonnenbrand
und segne unser Urlaubsland.

Amen





Du bist ein Meister am PC,

hast immer den richtigen Tipp.

Kennst dich aus mit USB,

und komprimierts am liebsten mit Win-Zip.

Du kämpfst gegen agressive Viren,

bist jedem Trojaner auf der Spur.

Du bist ein Profi im Programmieren

und vertraust der Fehlerkorrektur.

Würde es kein I-Phone geben,

keinen Lapp-Top und kein Touchscreen,

hätte für dich das Leben,

vermutlich wenig Sinn.

Du zappst dich täglich durch deine Welt,

wichtig sind Speicherplatz und Daten.

Vergisst dabei, was wirklich zählt,

- lässt deine Liebste warten.




Ich wünsche mir die 80-er Jahre zurück

Wo muss ich drücken? Wo muss ich schalten?
Ich kann es mir einfach nicht behalten.
Die neue Fernbedienung „multifunktional“,
ist für mich die reinste Qual.
Nichts ist mehr easy, alles hochkompliziert,
"Gott sei dank" hat mein Schatz Informatik studiert.
Jeden Tag denke ich aufs Neue,
wie ich doch den technischen Fortschritt bereue.
Fernsehen schauen heute, ich möchte nicht lügen,
ist für mich Stress und kein Abendvergnügen.
Ständig passiert etwas und ich weiß nicht warum.
Bin ich denn plötzlich zum Fernsehen zu dumm?
Auf dem Bildschirm im TV erscheint eine Uhr,
ich habe dreißig Sekunden nur
um die Taste OK zu drücken.
Ansonsten würde ich ins Leere blicken.
Ich drücke OK und das nicht zu knapp,
da schaltet sich der Fernseher trotzdem ab.
Mein Technikfreak meint, das kann schon mal sein,
da schaltet sich die „eigene Intelligenz“ jetzt ein.
Er versucht mir zu erklären, was das Gerät alles kann,
ich schaue ihn verzweifelt und hilflos an.
Der Vortag ist sicher sehr informativ und schön,
doch ich möchte endlich meinen Film zu Ende sehn.
Nun stehen zwei Fernseher mit der neusten Technik bereit
und ich habe an keinem der Geräte mehr Freud´.
Ständig diese Belehrungen und Diskussionen,
da schalte ich gar nicht erst ein, um die Nerven schonen.
Lieber suche ich mir ein Plätzchen, genieße die Stille,
greife zum Buch und der Lesebrille.


Ich wünsch mir die 80-er Jahre zurück, liebe Leute.
Da war Fernsehen noch einfach, nicht so problematisch wie heute.





Flugangst

Ob Groß, ob Klein, ob siebzig oder sieben,
fast jeder Mensch hat Angst vorm Fliegen.
Erst sieht man es locker und ist ganz munter.
Dann fragt man sich: „ Komm ich gut runter?“
Als geht es hier um Kopf und Kragen,
wird mir stets ganz flau im Magen.
Ich brauche meinen ganzen Mut
und hoffe, es geht wieder gut.
Die Flugbegleiterin schaut fröhlich drein,
dann kann es nicht gefährlich sein.
Mit wachem Blick und der nötigen Strenge,
verweist sie auf die Notausgänge.
Beim Erwähnen der Schwimmwesten unter den Sitzen,
 gerate ich jedoch ins Schwitzen.
Doch Freunde, es kommt noch viel krasser.
Es gibt einen Rettungsplan für eine Landung im Wasser.
Der Plan in der Tasche am Vordersitz,
 ist doch wohl ein schlechter Witz.
So etwas kann doch nicht beruhigend sein.
Im Notfall ist die Rettungsinsel viel zu klein!
Sauerstoffmasken für den Druckausgleich!
Jetzt werden mir die Knie ganz weich.
Worauf habe ich mich nur eingelassen?
Das ist doch wirklich nicht zu fassen.
Meinen Sitz-Nachbarn scheint dies nicht zu stören.
Er scheint nicht einmal zuzuhören.
Er liest ganz interessiert „Die Welt“,
während meine gerad´ zusammenfällt.



Rhodos

Blütenduft und Sonnenschein,
frischer Wind, geharzter Wein,
auf den Liegestühlen und Badematten,
Sonnenanbeter und Leseratten.
Wir haben über 30 Grad
und freuen uns auf ein kühles Bad.
Jung und Alt haben ihren Spaß
und tummeln sich im kühlen Nass.

An der Surfstation wehen die Fahnen.
Surfer ziehen ihre Bahnen.
Menschen die uns so vertraut,
um uns herum, - wohin man schaut.
Jeder sehnt sich nach etwas Ruh,
und schaut dabei den Surfern zu.
Von der Poolbar klingt ganz leise,
eine alte, griechische Weise.

Abends bummeln wir durch Yallissos,
ein kleiner Ort, in dem viel los.
Tavernen, in denen man gut essen kann,
ziehen uns jeden Abend an.
Gern schlendern wir den Strand entlang,
schauen in den Sonnenuntergang.
Träumen ein wenig von unseren Lieben,
die in der Heimat sind geblieben.


 


...unser Geheim-Tipp im Winter!

Ab in die Wärme, nicht lange überlen,

einfach mal der Sonne entgegen.






Santa Maria - auf Sal


Der Wind säuselt leise und streichelt die Haut

auf eine Weise, die mir so vertaut.

Ich genieße die Zeit.

Die Brandung zischt und entlädt sich mit Wucht,

drückt ihre Wellen in die goldgelbe Bucht.

Die Gischt fliegt weit, - so weit.

Stimmen in allen Sprachen haben viel zu erzählen.

Am Horizont Schirme und Segel, die im Passatwind sich quälen,

der Wind trägt sie weit übers Meer.

Kinder spielen am Strand in der gleißenden Sonne,

bauen Burgen aus Sand, schöpfen Wasser mit Wonne,

laufen flink hin und her.

Surfer-Boys und wilde Kiter sind ihren Träumen so nah.

Mutige Wellenreiter tummeln sich auf Sal - Jahr für Jahr,

den Wind im Visier.

Heiße Rhythmen aus der Ferne dringen durch die lauwarme Nacht.

Am dunklen Himmel funkeln Sterne, nur der Mond hält noch Wacht.

Solche Nächte wünsche ich mir.




Über einen Eintrag ins

würde ich mich sehr freuen.

 

Schau mal wieder rein!

Gudrun Nagel-Wiemer


Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.

Ich habe genug davon.


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Gedichtesammlung.net /Autoren/ Gudrun Nagel-Wiemer.












































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 
















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 



























































































































































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