Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer

 

 

Mittsommernacht

Du gibst mir deine Hand,
sie ist so zärtlich und warm,
ich nehme dich behutsam
in meinen Arm.
Der Mond steht am Himmel,
die Sterne, sie funkeln,
wie deine Augen,
sie erstrahlen im Dunkeln.
Wir schweigen bedeutungsvoll,
Gedanken gehen auf die Reise,
was für eine herrliche Nacht,
zwei Herzen schlagen ganz leise.
Wir lassen uns treiben,
haben nichts zu versäumen,
ich beginne mit offenen
Augen zu träumen.
Du bist so natürlich
und hast so viel zu geben.
Schaust du mich an,
spür´ ich das Leben.

 

 

Ein Freund

Du bist ein guter Freund von mir,
dem man vertrauen kann.
Wie oft sitze ich bei dir
und du hörst mich nur an.
Du schweigst und gibst mir einen Rat.
Sehr weise und sehr klug.
Manchmal schreitest du auch zur Tat,
entschlossen und mit Mut.
Brauche ich Hilfe, bist du da.
Bei Tag und auch bei Nacht.
Ich fühle mich dir oft so nah,
dass mir das Sorgen macht.
Geht es mir schlecht, leidest du mit,
für einen Augenblick.
Führst mich sachte, Schritt für Schritt
ins Leben dann zurück.
Du bist ein guter Kamerad,
zum Anlehnen und zum Schwätzen.
Wohl dem, der solche Freunde hat,
ich weiß das wohl zu schätzen.

 

 

Studenten-Alltag

Mein neues Zuhause, welch ein Jammer,
ist eine klitzekleine Kammer,
ganz oben, unterm Dachjuchhe,
von der ich Mond und Sterne seh´.

Hier sitze ich und sollte lernen,
doch schau´ ich lieber zu den Sternen.  
Gedanken gehen auf weite Reise,
und drehn sich immer fort im Kreise.

In den Straßen Lichterglanz,
aus den Diskos dröhnt Musik zum Tanz,
kühle Luft dringt in mein Zimmer,
zum Lernen komm´ ich heute nimmer.

Ich denke an die Fakultät.
Zum Essen ist es jetzt zu spät.
Die Bücher werden zugeschlagen,
ich gehe ins Bett, mit leerem Magen.

Einsam, in einer fremden Stadt,
nicht viel Geld und oft nicht satt,
stets müde, doch immer wissbegierig,
das macht den Alltag oftmals schwierig.

 

 

Gewitterwolken

Dunkler Himmel, Blätter rauschen,
Gewitterwolken sich am Himmel bauschen.
Die Kälte kriecht uns in den Nacken,
trotz wetterdichter Thermo-Jacken.
Vorbei ist es mit dem Sonnenschein,
der Sommer legt eine Pause ein.
In den Schuhen dicke Socken
und die Frage: „Bleibt `s heute trocken?“
Der Wetterbericht sagte Regen voraus,
er kündigt sich an mit Sturmgebraus.
Schau nur, wie niedrig die Vögel fliegen,
ein Zeichen, dass wir Regen kriegen.
Die Seerosen wollen die Blüten schützen
und verwandeln sie in grüne Mützen.
Die Schnecken lieben Sommerregen
und rutschen gern auf Gartenwegen.
Die Blaumeisen sitzen auf den Buchsbaumhecken
und schauen schon mal nach Verstecken.
Auch die Schmetterlinge und die Mücken,
scheinen sich jetzt zu verdrücken.
Das Leben kommt fast zum Erliegen,
ein Zeichen, dass wir Regen kriegen.






So ist Tennis

Es gibt immer einen Verlierer

Ein Tennisspiel ihr lieben Leut´,
endet nicht immer nur mit Freud´.
Ob Volley, Passierschlag oder Lob,
zur Weißglut bringt uns jeder Stopp.
Es wird gefeitet, geschimpft gerannt,
den Schläger locker in der Hand.
Der Gegner ist schon ganz von Sinnen,
möchte das Match für sich gewinnen,
versucht es mit List und allen Tricks
doch erreicht im Grunde nix.

Du gehst als Sieger stolz vom Feld,
dein Gegenüber schaut gequält.
„Der Schläger taugt nichts, das ist klar,
der Platz ist auch recht sonderbar."
"Ich bin nicht konzentriert, der Ball verspringt",
oh wie vertraut dies alles klingt.

„Das nächste Mal, du wirst schon sehen,
werde ich hier als Sieger stehen."
"Heute war es windig, mir ist nicht gut,
 Ich hab´ noch Restalkohol im Blut."
"Beim nächsten Mal werde ich dich packen,
heut´ hatte ich Blasen an den Hacken.“

So reden sie, die Kameraden,
massieren wichtig ihre Waden.
Obwohl er heut´, das ist ganz klar,
der deutlich Schlechtere doch war.
Er überschätzt sich, so wie die meisten,
kann sich Niederlagen scheinbar nicht leisten.
Wer nicht gewinnt, muss sich nicht grämen,
sollte lieber Trainerstunden nehmen.
Oder er spielt so gut erkann,

nach dem Motto: Just for fun.



Fischen verboten

Entschlossen schaut der Kater drein,
genießt den frühen Sonnenschein,
schleicht um unseren Gartenteich
und fühlt sich wohl im fremden Reich.
Das weißgefleckte Rassetier
hat unsere Fische im Visier.
Er hält so gar nichts von Verboten
und angelt schon mal mit den Pfoten
im Wasserlauf nach kleinen Fischen,
scheint jedoch keinen zu erwischen.
Dickfällig schaut er zu mir hin,
es kommt ihm gar nicht in den Sinn
den fremden Garten zu verlassen.
Er möchte scheinbar nichts verpassen.
Auch mein Klopfen an den Scheiben,
kann den Eindringling nicht vertreiben.
Das ist doch wirklich nicht zu fassen,
ich kann ihn doch nicht fischen lassen.
Als ich zur Trillerpfeifenmaßnahme schreite,
sucht der Kater schnell das Weite.

 




Das Knöllchen

 

Neulich verfolgte ich mit Interesse,

wie in der City eine Politesse

mir ein Knöllchen ans Auto steckte,

welches ich sofort entdeckte.

Ich lief zu der Frau in Uniform

ereiferte mich auch enorm,

es half kein Zetern und kein Bitten,

ich hätt´ die Parkzeit überschritten.

Es sind doch gerade mal drei Minuten,

versuchte ich es noch mal im Guten.

Sie strafte mich mit strengem Blick

und nahm das Knöllchen still zurück.

„Oh, danke, das nenne ich mal fair“,

rief ich der Dame hinterher.

Es gibt auch nette Politessen,

das hatte ich schon fast vergessen.


Kater Karli

Kater Karli ist ein Schlauer.
Er springt zum Sonnen auf die Mauer.
Legt den Kopf auf seine Tatzen
und schielt gern zu den frechen Spatzen.
Er ist verspielt und noch recht jung,
doch greift die Maus mit einem Sprung.
Sein Fell ist weich und glitzert seiden,
er klettert auf die höchsten Weiden,
ist auch im Unterholz geschickt,
wenn er eine Maus erblickt.
Kommt Karli von der Jagd nach Haus,
ruht er sich am Ofen aus.
Behaglich schnurrt er in seiner Ecke,
im Körbchen, auf den alten Decke.
Wenn Frauchen kommt, schleicht er sich an.
Er weiß, mit wem er schmusen kann.


 




 

Der Schlüssel zu deinem Herzen

Ich möchte den Schlüssel zu deinem Herzen,

- steh vor dem Schlüsselloch.

Ich würde gern teilhaben an deinen Schmerzen,

- das weißt du doch.

Was fühlst du, was sind deine Gedanken?

Was bedeute ich dir?

Ich steh´ im Dunkeln vor all diesen Schranken,

- öffne sie mir.

Mein Herz zerspringt, ich brauch deine Nähe;

weißt du wie glücklich ich bin?

Es verschlägt mir die Sprache, wenn ich dich sehe,

mein Leben hat einen Sinn.

Die Schmetterlinge flattern im Bauch,

sie kommen gar nicht zur Ruh.

Ich hoffe, du spürst sie auch

und lächelst mir noch einmal nur zu.







Jedem eine Chance

Dunkle Augen, die mich ängstlich streifen,
Traurigkeit liegt im Gesicht.
Junge Mütter, die es nicht begreifen,
warum man nicht mit ihnen spricht.

Einsamkeit und bittere Armut,
der Aufenthalt ist unbestimmt.
Menschen, denen es jetzt gut tut,
wenn man sie in Obhut nimmt.

Die Heimat liegt fernab in Trümmern.
Angst und Hunger, - jeden Tag.
Freiwillige, die sich aufopfern und kümmern,
soweit die Kraft es noch vermag.

Junge Männer, die wieder hoffen,
möchten gern zur Arbeit gehen.
Beobachten jetzt ganz betroffen,
wie viele auf der Straße stehen.

Helft mit und gebt ihnen eine Zukunft,
habt etwas Mut, Verstand und Kraft.
Was man mit Nächstenliebe und Vernunft,
in dieser Welt doch alles schafft.





Der Krabbenfischer    
         
 Der Herbstwind streift über das flache Land,
 die letzten Sonnenstrahlen wärmen die Haut.
 Wir schauen aufs Wasser, - am Nordseestrand
 Wogen und Wellen sind uns vertraut.
 Eine Möwe fliegt kreischend durch die Luft,
 sucht nach einem fetten Fisch.
 Ein Sylter Krabbenfischer ruft:
 „Nordseekrabben, heute ganz frisch!“
 Der alte Seemann hat seinen Stand
 immer an der gleichen Stelle.
 Pult die Krabben mit sicherer Hand,
 sitzt hier direkt an der Quelle.
 Seine Haut ist rosig und sonnengegerbt,
 seine Stimme tief und rau.
 „Den Krabbenkutter hat er geerbt“,
 verrät uns Herrn Mathies Frau.
 Er hält uns den Beutel mit Krabben hin
 und steckt sich ein Tier in den Mund.
 „Das ist das reinste Protein
 und obendrein gesund.“
 Jetzt schmunzelt er als wollt er sagen:
 Schaut mich an, ich bin der Beweis.
 Rohe Krabben sind nichts für meinen Magen,
 ich esse die Tierchen nur heiß.

 




Welch ein Blütenmeer

Welch ein Blütenmeer im Garten,
ein Zwitschern und Tirilieren.
Kleine Vögel piepsen, die auf Futter warten
und den Hunger spüren.
Der Garten lebt wie nie zuvor,
bunte Schmetterlinge flattern.
Bienensummen dringt in mein Ohr
und wilde Enten schnattern.
Die Sonne scheint und nimmt viel Schmerz
bei den Menschen und den Tieren.
Jeder Strahl erwärmt das Herz,
man kann es deutlich spüren.
Ich atme frischen Blütenduft,
erfreue mich an der Natur.
Ein Zauber liegt heut in der Luft,
das ist Erlebnis pur.
Das Wasser ist noch kalt und klar,
es plätschert leis´ vom Hügel.
Im Bachlauf sitzt ein dicker Star.
und schwingt galant die Flügel.
Jeder schaut heute freundlich drein
und hat ein nettes Wort.
Im Garten ist man nie allein,
- welch imposanter Ort.







Ein Pendler am Straßenrand


Ein Pendler steht am Straßenrand,
schaut sich den Fahrplan an.
Soeben hat der Mann erkannt,
- es fährt heut´ keine Bahn.
Ein Streik vermutlich, denkt er sich,
hat nichts davon gehört.
Er hört sich um, was man so spricht,
die Menschen reagieren empört.
Wie soll ich heut´ zur Arbeit kommen?,
die Uhr zeigt schon halb neun.
Er hat sich so viel vorgenommen,
das kann doch wohl nicht sein.
Da hält ein Auto vor ihm an,
die Fahrerin lächelt breit.
„Steigen Sie doch ein, junger Mann,
denn es wird höchste Zeit.
„Sabine“, ruft er, „was bin ich froh,
ich muss jetzt dringend weiter!“
„Dann hör doch morgens Radio,
das wäre viel gescheiter.
Es wird gestreikt in der Region,
das betrifft auch diese Bahn.
Auch in der Zeitung stand es schon,
wohl dem, der lesen kann!“






Das perfekte Dinner

Gestern Abend waren wir fein dinieren,
ließen uns kulinarisch gern verführen.
Vorspeise, Salat und Hauptgericht,
so wie das Dessert, - waren ein Gedicht.
Das Ambiente war perfekt,
und auch der Rotwein hat geschmeckt.
Die Curry-Suppe mit Spinat und Schmand,
in der ich auch Garnelen fand,
- war der reinste Gaumenschmaus.
Das Rezept probiere ich gern einmal aus.
Der Salatteller, bunt und dekorativ gestylt,
darauf gehackte Walnüsse - geschickt verteilt,
mit Himbeer-Vinaigrette abgeschmeckt,
- hat Lust auf mehr in mir geweckt.
Dann kam das Reh, das uns versprochen,
welches wir von draußen schon gerochen,
das Rotkraut, frisch von Paul geschnitten,
und die geschmorten Apfelschnitten.
Die Soße für das zarte Wild
und die Kroketten, - knusprig, mild.
Die Dame des Hauses, - aus vornehmem Kreise,
servierte uns als Dessert eine Elfenbeinspeise.
Die Creme war recht fruchtig, - ich hab´ sie probiert,
jedes Schälchen war mit zweierlei Früchten garniert.
Nach dem Obstler wurde ein Espresso serviert,
und von den Schokokeksen habe ich auch zwei probiert.
Das war ein perfekter Abend - mit köstlichem Essen,
den werden wir sicher so schnell nicht vergessen.




Ein Freund

Du bist ein guter Freund von mir,
dem man vertrauen kann.
Wie oft sitze ich bei dir
und du hörst mich nur an.
Du schweigst und gibst mir einen Rat,
sehr weise und sehr klug.
Manchmal schreitest du auch zur Tat,
entschlossen und mit Mut.
Brauche ich Hilfe, bist du da,
bei Tag und auch bei Nacht.
Ich fühle mich dir oft so nah,
dass mir das Sorgen macht.
Geht es mir schlecht, leidest du mit,
für einen Augenblick.
Führst mich sachte, Schritt für Schritt
ins Leben dann zurück.
Du bist ein guter Kamerad,
zum Anlehnen und zum Schwätzen.
Wohl dem, der solche Freunde hat,
ich weiß das wohl zu schätzen.





Eingesperrt im Hühnerhaus

Bauer Heinrich tut mir leid.
Gerade jetzt zur Winterszeit,
steht seine Existenz stark auf der Kippe.
Man spricht sogar von Vogelgrippe.
Im Stall hockt jetzt das Federvieh,
in der Legebatterie.
Vorbei die Zeit im Freigehege,
der stolze Hahn wirkt faul und träge,
kann seine Hennen nicht beglücken,
hier muss man dicht zusamm
enrücken.
Die armen Tiere sind gefangen
und sitzen traurig auf den Stangen.
Glückliche Hühner sehen anders aus,
kein Huhn lebt gern im Hühnerhaus.
In diesem alten Stallgehäuse
leben Parasiten und auch Läuse.
Der Kehllappen und der rote Kamm,
standen im Freigehege stramm.
Draußen war das Klima ideal,
- viel besser als im Hühnerstall.
Selbst bei Schnee oder bei Regen,
wollten sie sich gern bewegen.
Das Federkleid war dick und weiß,
und wenn der Hahn kam, dann wurd `s heiß.
Er war ein richtiges Prachtexemplar
und liebte seine Hühnerschar.
Jeden Morgen, in der Früh,
erklang sein Weckruf, „Kikeriki“.
Jetzt schaut der Gockel farblos aus,
lebt eingesperrt im Hühnerhaus.
Der Glanz in seiner Farbenpracht,
ist gewichen über Nacht
Auch seine hübschen Legehennen,
sind nicht wieder zu erkennen.






Nicht immer haben Engel Flügel

Mein Engel erhört mich auch im Alltag,
öffnet mir des Herzens Tor.
Er möchte immer für mich da sein,
und leiht mir willig stets sein Ohr.
Mein Engel hat Geduld und liebt mich.
Er sagt nie: „Hab´ keine Zeit.“
Er ist, wann immer ich ihn brauche,
einfühlsam und hilfsbereit.





Der Weißstorch

Der Weißstorch nutzt die frische Brise
und landet auf der grünen Wiese.
Bei Familie Adebar gibt’s meistens Fisch,
den gibt es im Nachbarteich ganz frisch.
Frau Störchin stolziert zur Futterquelle
und fischt nach einer Lachsforelle.
Jetzt breitet sie die Flügel aus
und segelt übers Nachbarhaus.
Auf dem Schornstein liegt ein Rost,
darauf befindet sich der Horst.
Jungstörche klappern nach der Mutter,
- sie hat im Schnabel reichlich Futter.
Den Fang verteilt sie an ihre Kleinen,
mit den langen roten Beinen.
Frau Adebar lässt sich nun nieder,
und wärmt ihre Kinder im Gefieder.
Niemand soll hungern oder frieren,
nur ihre Mutterlieb spüren.






Sal Cabo Verde

Ab in die Wärme, nicht lange überlegen,
einfach mal der Sonne entgegen.
Die Kapverden locken, - die Äquatorsonne,
das ist im Winter schon eine Wonne.

Der laue Passatwind streichelt die Haut.
Die Menschen sind uns so vertraut.
Live-Musik klingt durch die dunkle Nacht,
was sie zu etwas Besonderem macht.

Santa Maria erwacht nachts zum Leben.
Junge Mädels, die wiegend die Hüften bewegen.
Bars und Discos funkeln in den Lichtern der Nacht,
hier wird die Nacht zum Tag gemacht.

Auf dem Dorfplatz treffen sich abends die Menschen, - klein und groß.
Einheimische mit einem Lapp-Top auf dem Schoss.
Sie scheinen jetzt ihr Glück gefunden,
sind mit der ganzen Welt verbunden.

Die Surfer und Kiter tummeln sich auf Sal,
genießen hier jeden Sonnenstrahl.
Der warme Passatwind und das herrliche Wetter,
lockt sie alle auf die Bretter.

Ab in den Flieger, in diese andere Welt.
die uns nach Jahren noch immer gefällt.
Nette Menschen mit Rhythmus im Blut.
So ein Urlaub, im Winter, tut der Seele so gut.





Kinderlachen dringt durch Haus,
erfrischt mein Seniorenherz.
Die Mädels sehen bezaubernd aus,
vergessen ist all mein Schmerz.
Ein kleiner Windfang, springt herum,
schüttelt seine blonde Pracht.
Ich schaue zu und nicke stumm,
weil mir das Freude macht.
Zahnlücken erinnern mich an Zeiten,
die ich längst vergessen hab.
Welch ein Spaß sie mir bereiten,
die Kinder halten mich auf Trab.
Ein Mädchen ruhig, das andere lebhaft,
den Kopf voller Ideen.
Klein und zart, - doch voller Kraft,
ganz niedlich an zu sehn.
Anschmiegsam und sehr zerbrechlich,
mal Clown, mal Lilli Fee.
Alles wird so nebensächlich,
wenn ich die Kinder seh´.





Freundlichkeit erobert Herzen.

Ein Lächeln wiegt mehr als Gold und Geld.
Mit deinem Funkeln in den Augen,
verzauberst du die ganze Welt.
Ein nettes Wort zeigt rasche Wirkung
und verschönert mir den Tag.
Ehrlichkeit und Herzenswärme,
sind Dinge, die ich an dir mag.
Ein kleiner Scherz im tristen Alltag,
kann manchmal sehr ermunternd sein.
Du überraschst mich immer wieder,
bringst in mein Leben Sonnenschein.




 


Das Hausfrauen - Dasein ist nicht leicht.

Du musst täglich funktionieren,
Mann und Kinder herum chauffieren.
Kochen, bügeln, die Wohnung putzen
und die kleinen Pausen nutzen
um den Garten zu gestalten.

Keine Zeit um abzuschalten.

Kommst du am Abend dann zur Ruh,
fallen dir die Augen zu.
Der Ehemann schaut skeptisch drein.
Das kann`s doch nicht gewes
en sein.
Er möchte am Abend noch einmal raus,
und lockt mit einem Gaumenschmaus.

Mühsam zwingst du dich zum Lachen
und hüpfst in deine schicken Sachen.
Ruckzuck noch die Haare föhnen
und die blassen Wangen tönen.
Erschöpft steigst du in seinen Wagen,
ohne zu zetern und zu klagen.

Früh musst du dich aus den Federn schwingen,
die Kinder rasch zur Schule bringen
und beim nahen Supermarkt
wird noch ruckzuck eingeparkt.
Du hast deinen Kindern ja versprochen,
etwas Leckeres zu kochen.

Der Rhythmus ist seit Jahren gleich,
du bist der Chef in deinem Reich,
die Putzfrau und die Lehrerin,
der Koch und Kindergärtnerin.
Krankenschwester, Kummertante,
Ehefrau und Gouvernante.






Was möchtest du morgen essen?

Oh, Schatz, fast hätte ich es vergessen.

Was möchtest du denn morgen essen?

Mir gehen langsam die Ideen aus.

Essen wir morgen mal außer Haus?

Gemüse mit Fleisch oder mit Fisch,

kommt bei uns häufig auf den Tisch.

Auch Nudeln mit Soße und Garnelen,

dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen.

Maultaschen geschmort - mit Feldsalat,

Fischfilet in Salzkruste gegart,

Rinderlende mit Pfifferlingen,

sind nur drei von vielen Dingen.

Ganz ehrlich, ich hätte mal Lust auf Suppe.

Ob du sie magst, ist mir echt schnuppe.

Die reicht dann sicher für drei Tage

und ich erspar mir das Gefrage.

Mit der Hochzeitssuppe aus klarer Brühe,

gebe ich mir sehr viel Mühe.

Spargelstückchen, Fleisch-Klöße, Eierstich,

Suppengemüse, Petersilie, - alles frisch.

Buchstaben-Nudeln und Gewürze,

abgeschmeckt, - und ab die Schürze.

Liebevoll habe ich den Tisch gedeckt.

Was soll ich sagen, - sie war perfekt!





Die Nadel im Heuhaufen

Single-Treff im Nachbarort.
Dort gehen wir heut´ hin.
Nur selten gehe ich noch fort,
doch dieser Treff macht Sinn.
Ich schaue mich rasch um im Saal,
ein abschätzender Blick.
In den Gesichtern, Pein und Qual,
die Suche nach dem Glück!
Ach, wäre ich nur daheim geblieben,
hätte ich doch „nein“ gesagt.
Könnte ich einen dieser Herren lieben?
Hab ich mich gefragt.

Die Tür geht auf, ER kommt herein.
Selbstbewusst und gut gelaunt.
So ein Prachtkerl - und allein?!
Ich hab´ nicht schlecht gestaunt.
Seine Nähe zieht mich magisch an.
Wer hätte das gedacht.
Mein Blick klebt nur an diesem Mann.
Ob er mich glücklich macht?

Jetzt lächelt er und schaut zu mir.
Mein Herz macht einen Satz.
Er lehnt so lässig an der Tür,
- bei mir ist sooo viel Platz.
Beim nächsten Foxtrott fragt er mich:
„Darf ich zum Tanze bitten?“
Ich jubiliere innerlich,
bin hinterher geschritten.
Oft denke ich nur: Welch ein Glück!
Blicke zurück auf viele schöne Stunden.
Denke ich an diesen Tag zurück,
habe ich die „Nadel im Heuha
ufen“ gefunden.



Des Surfers kleines Nachtgebet


Lieber Gott, beschere uns Wind,
damit wir Surfer glücklich sind.
Gib uns Kraft und Energie.
Wie du weißt, wir brauchen sie.
Gib unseren Frauen Verständnis und Geduld,
dass sie nicht Surfen ist nicht unsere Schuld.
Schütze uns vor Sonnenbrand
und segne unser Urlaubsland.

Amen





Du bist ein Meister am PC,

hast immer den richtigen Tipp.

Kennst dich aus mit USB,

und komprimierts am liebsten mit Win-Zip.

Du kämpfst gegen agressive Viren,

bist jedem Trojaner auf der Spur.

Du bist ein Profi im Programmieren

und vertraust der Fehlerkorrektur.

Würde es kein I-Phone geben,

keinen Lapp-Top und kein Touchscreen,

hätte für dich das Leben,

vermutlich wenig Sinn.

Du zappst dich täglich durch deine Welt,

wichtig sind Speicherplatz und Daten.

Vergisst dabei, was wirklich zählt,

- lässt deine Liebste warten.




Ich wünsche mir die 80-er Jahre zurück

Wo muss ich drücken? Wo muss ich schalten?
Ich kann es mir einfach nicht behalten.
Die neue Fernbedienung „multifunktional“,
ist für mich die reinste Qual.
Nichts ist mehr easy, alles hochkompliziert,
"Gott sei dank" hat mein Schatz Informatik studiert.
Jeden Tag denke ich aufs Neue,
wie ich doch den technischen Fortschritt bereue.
Fernsehen schauen heute, ich möchte nicht lügen,
ist für mich Stress und kein Abendvergnügen.
Ständig passiert etwas und ich weiß nicht warum.
Bin ich denn plötzlich zum Fernsehen zu dumm?
Auf dem Bildschirm im TV erscheint eine Uhr,
ich habe dreißig Sekunden nur
um die Taste OK zu drücken.
Ansonsten würde ich ins Leere blicken.
Ich drücke OK und das nicht zu knapp,
da schaltet sich der Fernseher trotzdem ab.
Mein Technikfreak meint, das kann schon mal sein,
da schaltet sich die „eigene Intelligenz“ jetzt ein.
Er versucht mir zu erklären, was das Gerät alles kann,
ich schaue ihn verzweifelt und hilflos an.
Der Vortag ist sicher sehr informativ und schön,
doch ich möchte endlich meinen Film zu Ende sehn.
Nun stehen zwei Fernseher mit der neusten Technik bereit
und ich habe an keinem der Geräte mehr Freud´.
Ständig diese Belehrungen und Diskussionen,
da schalte ich gar nicht erst ein, um die Nerven schonen.
Lieber suche ich mir ein Plätzchen, genieße die Stille,
greife zum Buch und der Lesebrille.


Ich wünsch mir die 80-er Jahre zurück, liebe Leute.
Da war Fernsehen noch einfach, nicht so problematisch wie heute.






 

Flugangst

Ob Groß, ob Klein, ob siebzig oder sieben,
fast jeder Mensch hat Angst vorm Fliegen.
Erst sieht man es locker und ist ganz munter.
Dann fragt man sich: „ Komm ich gut runter?“
Als geht es hier um Kopf und Kragen,
wird mir stets ganz flau im Magen.
Ich brauche meinen ganzen Mut
und hoffe, es geht wieder gut.
Die Flugbegleiterin schaut fröhlich drein,
dann kann es nicht gefährlich sein.
Mit wachem Blick und der nötigen Strenge,
verweist sie auf die Notausgänge.
Beim Erwähnen der Schwimmwesten unter den Sitzen,
 gerate ich jedoch ins Schwitzen.
Doch Freunde, es kommt noch viel krasser.
Es gibt einen Rettungsplan für eine Landung im Wasser.
Der Plan in der Tasche am Vordersitz,
 ist doch wohl ein schlechter Witz.
So etwas kann doch nicht beruhigend sein.
Im Notfall ist die Rettungsinsel viel zu klein!
Sauerstoffmasken für den Druckausgleich!
Jetzt werden mir die Knie ganz weich.
Worauf habe ich mich nur eingelassen?
Das ist doch wirklich nicht zu fassen.
Meinen Sitz-Nachbarn scheint dies nicht zu stören.
Er scheint nicht einmal zuzuhören.
Er liest ganz interessiert „Die Welt“,
während meine gerad´ zusammenfällt.



Rhodos

Blütenduft und Sonnenschein,
frischer Wind, geharzter Wein,
auf den Liegestühlen und Badematten,
Sonnenanbeter und Leseratten.
Wir haben über 30 Grad
und freuen uns auf ein kühles Bad.
Jung und Alt haben ihren Spaß
und tummeln sich im kühlen Nass.

An der Surfstation wehen die Fahnen.
Surfer ziehen ihre Bahnen.
Menschen die uns so vertraut,
um uns herum, - wohin man schaut.
Jeder sehnt sich nach etwas Ruh,
und schaut dabei den Surfern zu.
Von der Poolbar klingt ganz leise,
eine alte, griechische Weise.

Abends bummeln wir durch Yallissos,
ein kleiner Ort, in dem viel los.
Tavernen, in denen man gut essen kann,
ziehen uns jeden Abend an.
Gern schlendern wir den Strand entlang,
schauen in den Sonnenuntergang.
Träumen ein wenig von unseren Lieben,
die in der Heimat sind geblieben.


 


...unser Geheim-Tipp im Winter!

Ab in die Wärme, nicht lange überlen,

einfach mal der Sonne entgegen.






Santa Maria - auf Sal


Der Wind säuselt leise und streichelt die Haut

auf eine Weise, die mir so vertaut.

Ich genieße die Zeit.

Die Brandung zischt und entlädt sich mit Wucht,

drückt ihre Wellen in die goldgelbe Bucht.

Die Gischt fliegt weit, - so weit.

Stimmen in allen Sprachen haben viel zu erzählen.

Am Horizont Schirme und Segel, die im Passatwind sich quälen,

der Wind trägt sie weit übers Meer.

Kinder spielen am Strand in der gleißenden Sonne,

bauen Burgen aus Sand, schöpfen Wasser mit Wonne,

laufen flink hin und her.

Surfer-Boys und wilde Kiter sind ihren Träumen so nah.

Mutige Wellenreiter tummeln sich auf Sal - Jahr für Jahr,

den Wind im Visier.

Heiße Rhythmen aus der Ferne dringen durch die lauwarme Nacht.

Am dunklen Himmel funkeln Sterne, nur der Mond hält noch Wacht.

Solche Nächte wünsche ich mir.




Über einen Eintrag ins

würde ich mich sehr freuen.

 

Schau mal wieder rein!

Gudrun Nagel-Wiemer


Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.

Ich habe genug davon.


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Gedichtesammlung.net /Autoren/ Gudrun Nagel-Wiemer.












































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 
















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































 



























































































































































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